Stärkste Nordkorea-Rakete kann jeden Punkt der USA und der Erde erreichen

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© REUTERS/ KCNA

Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge eine Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-15 erfolgreich getestet, die das gesamte US-Festland erreichen kann.

Pjöngjang habe damit sein „historisches Ziel“ erreicht, eine Atommacht zu werden. Der Test der Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-15, die mit einem großen Sprengkopf bestückt werden könne, sei erfolgreich verlaufen. Dabei handelt es sich laut der Zentralen Koreanischen Nachrichtenagentur (KCNA) um die „stärkste Interkontinentalrakete“. Es befände sich nun „das gesamte Festland der USA“ in der Reichweite nordkoreanischer Raketen, hieß es in einer am Mittwoch in staatlichen Medien verbreiteten Erklärung.

In einer Mitteilung der nordkoreanischen Botschaft in Moskau, die der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti vorliegt, heißt es, dass die ballistische Rakete des Typs Hwasong-15 über einen „riesigen schweren Sprengkopf“ verfügen könne. Das Ziel der Entwicklung der nordkoreanischen strategischen Waffen sei es, die Souveränität des Landes und seine territoriale Integrität vor „der Politik der Atomerpressung und —bedrohung durch die (Vereinigten) Staaten“ zu schützen und „das friedliche Leben der Bevölkerung“ zu sichern.

„Wir erklären nochmals feierlich, dass dies keine Bedrohung für jedes Land und jede Region darstellen wird, solange die Interessen unseres Staates nicht verletzt werden“, heißt es weiter.

US-Verteidigungsminister James Mattis sagte, dass Nordkorea mit diesem Test demonstriert habe, dass es „jetzt im Prinzip jeden Punkt der Erde erreichen“ könne.

Der amerikanische Präsident Donald Trump reagierte verhalten. „Das ist eine Situation, mit der wir umgehen werden“, wird er von internationalen Medien zitiert. Der Raketenstart werde nichts an der Nordkorea-Politik Washingtons ändern.

Südkoreas Präsident Moon Jae-in forderte Medienberichten zufolge härtere Sanktionen gegen Nordkorea, wobei er betonte, dass die nordkoreanischen Tests eine Bedrohung für den Weltfrieden darstellten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel warf der nordkoreanischen Regierung nach dem Raketentest vor, die internationale Sicherheit zu gefährden.

Zuvor hatte die Agentur Yonhap gemeldet, dass Nordkorea offenbar eine Rakete getestet habe. Sie wurde demnach in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) von der Stadt Sain Ni nahe Pjöngjang abgefeuert. Die Flugdauer soll laut dem Generalsekretär des japanischen Ministerkabinetts 50 Minuten betragen haben. Sie ist laut staatlichen Medien bis zu 4475 Kilometer hoch geflogen und hat in 53 Minuten eine Distanz von 950 Kilometern zurückgelegt. Ähnliche Angaben zu Flughöhe und Flugdistanz hatte zuvor auch Südkoreas Militär genannt. Am Ende sei die Rakete nach 960 Kilometer Flug vor der Westküste Japans ins Meer gestürzt.

Seit April 2017 testet Pjöngjang regelmäßig ballistische Raketen, zuletzt am 15. September, als die aus Nordkorea gestartete Rakete sogar Japan überflogen hatte. Danach trat eine zeitweilige Stille ein. Quelle!