Türkei-Streit: Österreich bleibt hart

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Anlass für die Rückberufung von Botschafter Mehmet Hasan Göğüş war – wie berichtet – die neuerliche Demonstration von Kurden in Wien am vergangenen Samstag. Etwa 600 Kurden zogen vom Schwarzenbergplatz über den Ring in Richtung Parlament. Auf einem Transparent war der türkische Präsident Erdogan mit Hitlerbart abgebildet. Auf zahlreichen Fahnen prangte das Konterfei von Abdullah Öcalan. Der inhaftierte Abdullah Öcalan war Chef und Gründer der Terrororganistion PKK.

Trotz dieses neuerlichen diplomatischen Eklats bleibt ÖVP-Außenminister Kurz hart, hält an seinen bisherigen Positionen zur Türkei
 fest. Man nehme den Schritt zur Kenntnis, ließ Kurz via seinem Sprecher ausrichten, und führe die bilateralen Gespräche auf allen Ebenen weiter.

Auch Georg Oberreiter, österreichischer Geschäftsträger in Ankara, wurde am Montag ins türkische Außenministerium in Ankara zitiert. Auch in diesem Fall ging es um die Kurdendemonstrationen vom vergangenen Samstag.

„Österreich Zentrum des radikalen Rassismus“

Vorwurf

Der türkische Außenminister Cavusoglu griff abermals Wien an: Österreich sei ein Zentrum der Fremden- und Islamfeindlichkeit geworden, sagte er. Außerdem unterstütze Österreich die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK.

Absage

Eine neuerliche Kurdendemonstration wird es diese Woche nicht geben: „Wir haben keine Kundgebung angemeldet“, hieß es von Kurden-Sprecher Richard Berger gegenüber 
ÖSTERREICH.

Öcalan: Mächtigster Häftling der Türkei

Österreichs Kurden demonstrieren Woche für Woche für Abdullah Öcalan: Wer ist dieser Mann?

Öcalan war Gründer der PKK, einer kurdischen Terrororganisation. Seit 16 Jahren sitzt er in einem Hochsicherheits-Gefängnis auf einer kleinen Insel vor Istanbul. Zehn Jahre lang war er der einzige Häftling.

Hochverrat

Öcalan wurde 1999 wegen Hochverrats, Mord und Bildung ­einer Terrorvereinigung zum Tode verurteilt. 2002 wurde die Todesstrafe abgeschafft und das Urteil in lebenslange Haft umgewandelt.