Ungarn, die Flüchtlinge und Gaddafis Prophezeiung

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Foto: The Place To Be / Rasande Tyskar /flickr / CC-BY-NC-2.0

Von Jürgen Apitzsch – Der Startschuss für den den islamistischen Terror, der gerade zu einer Flüchtlingskrise in Europa führt, fiel in Libyen. Dort wurden mit dem NTC die Vorläufer des heutigen IS angeworben, bewaffnet, mit Geld versorgt und mitError, group does not exist! Check your syntax! (ID: 3) Luftunterstützung seitens der Euroländer gegen Muamar al Gaddafi ins Feld geschickt. Jene fanatisierten Gotteskrieger sind es auch, die heute in Syrien und dem Irak wüten. Während Staaten wie Frankreich, Italien und Großbritannien blindlings den

USA hinterher stürmten, verhielten sich Deutschland und Ungarn ablehnend gegenüber einer Intervention. Jene beiden Staaten, die heute mit am meisten unter der Flüchtlingsflut zu leiden haben.

Ungerechtfertigte Schuldzuweisungen

Derzeit positionieren sich deutsche Konzernmedien in aller Deutlichkeit gegen den ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orban. Zuerst, weil er die Flüchtlingstrecks, die sein Land durchqueren, zu uns durchließ. Dann, weil er beschloss, seine Grenzen dicht zu machen, wie es das Schengenabkommen vorschreibt, und die Flüchtlinge aus Ungarn abzuschieben. Egal, was Orban macht, es ist immer falsch. Dieser wiederum sieht die Schuld an dem Elend bei den westeuropäischen Staaten. Man kann von Orban halten, was man will, und seine Einstellung zu Demokratie und Pressefreiheit mag vielen zurecht etwas bizarr erscheinen. Was die Ursachen der Flüchtlingsschwemme betrifft, muss man der ungarischen Regierung jedoch recht geben.

Ungarns eindringliche Warnung

Wirft man einen Blick zurück, so stellt man fest, dass Orbans Ärger über die hausgemachte Flüchtlingskrise durchaus begründet ist. Ungarn war stets gegen einen Militäreinsatz in Libyen. Orban und sein Außenminister János Martonyi hatten bereits 2011 ausdrücklich vor den unüberschaubaren Folgen eines solchen Abenteuers gewarnt. Als Martonyi Mitte März 2011 den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas traf, warnte er davor, dass ein Militäreinsatz in Libyen die Gefahr weiterer Eskalationen berge. So, wie Deutschland, werde sich auch Ungarn militärisch aus Libyen raushalten. Das war damals übrigens das erste und letzte mal, dass Guido Westerwelle als Außenminister etwas Vernünftiges geäußert hatte, als er einem deutschen Libyeneinsatz eine klare Absage erteilte – wofür er anschließend von einer aufgebrachten Medienmeute mitsamt der FDP aus dem Amt gejagt wurde.

 

Worte der Vernunft

Zurück zu den Ungarn. Als Martonyi noch im selben März 2011 Ägypten einen Besuch abstattete, machte er klar, dass Ungarn dazu bereit sei, in Libyen humanitäre Hilfe zu leisten. Schon alleine, „um einer Flüchtlingsflut vorzubeugen“, und weiter: „Vorrangig muss jedoch alles unternommen werden, um dem Blutvergießen ein Ende zu setzen und dies ohne militärische Gewalt.“ Diese, so der Politiker, würde die angespannte Lage in der Regien nur noch weiter anheizen. Die NATO sei dadurch auch dem Verdacht der einseitigen Einmischung ausgesetzt, was in der arabischen Welt antikoloniale und antiwestliche Stimmungen hervorrufen könne.

Gewarnt hatte auch der ungarische Ministerpräsident Victor Orban vor einer militärischen Einmischung: „Durch unüberlegte Schritte darf die sich jetzt bietende Chance einer christlich- muslimischen Zusammenarbeit nicht vertan werden.“ Bereits zuvor erging seine Mahnung an die Euroländer, nicht in einen Krieg mit der arabischen Welt abzudriften. Er betonte darüber hinaus, dass die Europäische Union Lösungen finden müsse hinsichtlich der sich abzeichnenden humanitären Katastrophe und einer Massenflucht.

Gaddafis düstere Prophezeiung

Gaddafi hatte bereits damals eindringlich vor den heutigen Flüchtlingsproblemen gewarnt. Noch kurz vor seinem Tode hatte Peter Scholl- Latour Ende 2014 in seinem Buch ‚Der Fluch der bösen Tat‘ diese Warnung im originalen Wortlaut und auf deutsch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Damals warnte Gaddafi: „Wenn ihr mich bedrängt und destabilisieren wollt, werdet Ihr Verwirrung stiften, al- Qaida in die Hände spielen und bewaffnete Rebellenhaufen begünstigen. Folgendes wird sich ereignen: Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden, die von Libyen aus nach Europa schwappt. Es wird niemand mehr da sein, um sie aufzuhalten. Al-Qaida wird sich in Nordafrika einrichten, während Mullah Omar den Kampf um Afghanistan und Pakistan übernimmt. Al- Qaida wird an eurer Türschwelle stehen. In Tunesien und Ägypten ist ein politisches Vakuum entstanden. Die Islamisten können heute von dort aus bei euch eindringen. Der Heilige Krieg wird auf eure unmittelbare Nachbarschaft am Mittelmeer übergreifen. Die Anarchie wird sich von Pakistan und Afghanistan bis nach Nordafrika ausdehnen.“

Quellen:
http://www.budapester.hu/2011/03/27/burgerkrieg-in-libyen/
http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/01/gaddafis-vorhersage-wegen-terror-hat.html
http://www.mmnews.de/index.php/politik/29581-gaddafis-warnung
Weiterführende Links:
Orbans Schande
http://www.tagesschau.de/ausland/fluechtlinge-budapest-107.html
http://www.bild.de/politik/ausland/fluechtling/orban-wettert-weiter-gegen-eu-42454066.bild.html
Hat Orban recht?
http://www.wiwo.de/politik/europa/ungarn-irrt-der-westen-mit-seiner-kritik-an-viktor-orbn/10947898.html
Orban sauer
http://www.n-tv.de/politik/Kroatien-schiebt-Ungarn-Fluechtlinge-unter-article15966696.html