Vitalpilze – Naturheilkraft mit langer Tradition und überraschender Wirkung

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Heilkräftige Pilze: In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden diverse Pilze bereits schon seit Jahrtausenden zur Vorbeugung und gegen Krankheiten mit faszinierenden Erfolgen eingesetzt. Auch unsere europäischen Vorfahren konnten mit Pilzen erstaunliche Heilerfolge erzielen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden diverse Pilze bereits schon seit Jahrtausenden zur Vorbeugung und gegen Krankheiten mit faszinierenden Erfolgen eingesetzt. Auch unsere Vorfahren, insbesondere die Druiden und die Weisen Frauen und die, die man später im „christlich-barmherzigen“ Zeitalter als Hexen verbrannte, konnten mit Pilzen erstaunliche Heilerfolge erzielen. Uns Mitteleuropäern hingegen ist kaum bekannt, dass viele Pilze ein breites Spektrum an positiven Wirkstoffen besitzen.

Kaum jemand weiß beispielsweise, dass der giftige Fliegenpilz seinen Namen daher hat, dass er das hochwirksame Halluzinogen Muscarin enthält. Diese Substanz wird heute in der Medizin genutzt. Früher haben die weisen Frauen, Druiden, Magiere, Hexen und Seherinnen diesen Pilz konsumiert, was ihnen das Erlebnis der Trance und des Fliegens bescherte. Daher kommt also sein Name.

An einem anderem Beispiel lässt sich das riesige Potential von Pilzen aufzeigen. Jeder kennt den Begriff „Penicillin“. Viele wissen auch, dass es sich um ein wirksames Antibiotikum handelt, ein Mittel also, das in der Lage ist, Bakterien im Körper abzutöten. Nur wenige wissen aber, dass es sich dabei um einen Pilz handelt. Penicillin hat schon Millionen von Menschenleben gerettet!

Vitalpilz Shiitake bringt Abwehrkräfte auf Trab

Schon im China galt in der Mingdynastie (1368-1644) der Vitalpilz Shiitake (Lentinula edodes) als Lebenselixier, das die Abwehrkräfte auf Trab bringt. Er soll Erkältungen heilen, die Durchblutung anregen und Ausdauer erzeugen. Hierzulande wächst der Shiitake auf Bäumen, wie Buche, Kastanie, Eiche, Birke oder Erle. Neuere Untersuchungen an der Universität Weihenstephan bei München belegen: Der Vitalpilz Shiitake soll das Cholesterin senken, den Menschen vor Viren schützen und sogar gegen Krebs wirken. Eine Studie mit 30 an Gicht erkrankten Personen ergab, dass durch eine 14- tägige Einnahme von Shiitake-Pilzen bei über 90 Prozent der Harnsäurewert sank. Bei Menschen mit Gelenkentzündung und Rheuma ließen die Schmerzen nach sechs Tagen deutlich nach oder verschwanden sogar ganz. Auch bei Migräne wurden Heilungen dokumentiert.

Auch bei uns verwenden seit einigen Jahren eine ganze Reihe von Heilpraktikern und Ärzten Vitalpilze in ihrer Therapie, und das mit zum Teil spektakulären Erfolgen. Heilpilze besitzen mittlerweile gut erforschte und wissenschaftlich belegte Wirkstoffe, die wir zur Gesunderhaltung und vor allem zur begleitenden Gesundung, und das zudem meist ohne Nebenwirkungen, nutzen können. Sie können unter anderem Selbstheilungskräfte des Körpers anregen. Und genau diese Immunstärkung ist bei vielen Krankheiten und Leiden oft der entscheidende Punkt für die vollständige Genesung. Das Besondere ist: Vitalpilze sollen die Ursache einer Erkrankung bekämpfen können und damit verschwinden dann auch die lästigen Symptome.

Es hat sich gezeigt, dass vor allem auch bei schweren Erkrankungen Vitalpilze stets als zusätzliche Möglichkeit zu betrachten sind, die den gesamten Organismus stärken und stabilisieren können, was die Grundvoraussetzung für Energie und Lebensfreude bedeutet. Das kann damit ein entscheidender Beitrag für Ihre Gesundung sein. 

Vitalpilz Reishi bei Wechseljahrsbeschwerden

Ein Beispiel für die sanfte, aber hochwirksame Heilkraft einer Kombination von Vitalpilzen lässt sich anhand der bei den von vielen Frauen gefürchteten Wechseljahresbeschwerden erläutern. Aus China kommt der Vitalpilz Reishi (Ganoderma lucidum), der auch „Pilz des ewigen Lebens“ genannt wird. Er soll vor allem leberregenerierend und somit entgiftend wirken. Außerdem  wirkt er durch den hohen Anteil an Triterpenen entzündungshemmend.

Der Vitalpilz Reishi  hat sich laut Aussage vieler Heilpraktiker auch bei Wecheljahresbeschwerden bewährt. Er helfe gegen die als sehr lästig empfundene sog. „fliegende Hitze“, die innere Unruhe und die weit verbreitete Schlaflosigkeit. Auch bei Kraftlosigkeit ist er eine hervorragende Unterstützung. Der Reishi-Pilz wurde im alten China auch gegen Altersvergesslichkeit und nervöser Reizbarkeit eingesetzt.

Wenn der weibliche Körper in den Wechseljahren seinen Stoffwechsel umstellt, ist auch die Leber in diesen Umstellungsprozess eingebunden. Reishi unterstützt sie dabei. Ganz allgemein stärkt der Reishi die Leber, fördert Entgiftungsprozesse und leitet Hitze aus.

Vitalpilz Cordyceps für Ausgeglichenheit und positive Lebenseinstellung

Zusätzlich wird der Vitalpilz Cordyceps gegen die „Wechseljahresverstimmungen“ eingesetzt – gegen ein Hin- und Her zwischen nervöser Übererregung und depressiven Phasen – was auch am Versiegen der Östrogenproduktion liegt. In Studien wurde belegt, dass der Cordyceps einerseits die Freisetzung von 17-ß-Östradiol anregt und so Symptome, die mit einem niedrigen Östrogenspiegel einhergehen, vermindert. Zum anderen hemmt er auch das Enzym Monoaminoxidase, das das Gute-Laune-Hormon „Serotonin“ abbaut. So kann der Cordyceps für Ausgeglichenheit und positive Lebenseinstellung sorgen. Er kann die Funktion der Nebenniere beruhigen, entspannen, regulieren und stimuliert die Funktionen der Nebenniere.

Ein weiterer Vitalpilz, der als ein ein Segen für Frauen in den Wechseljahren gilt, ist der Hericum erinaceus. Die Hormonschwankungen in diesem Lebensabschnitt bedeuten in dieser Zeit oft puren Stress, was oft den Magen-Darm-Trakt in Mitleidenschaft zieht. Er hat eine schleimhautschützende und schleimhautregenerierende Wirkung, die sich hier bei Einnahme des Hericium sehr bewährt hat. Er schützt und stärkt aber auch das Nervensystem. Daher werden stressbedingte Ängste, Unruhe, Gedächtnislücken und Schlaflosigkeit mit diesem Vitalpilz behandelt, und das nicht nur in den Wechseljahren.

Weiterhin trägt der Auricularia zur Lebensfreude und zum Wohlbefinden der Frau – und damit der ganzen Familie – in dieser schwierigen Zeit bei. Durch den bereits beschriebenen Östrogenabfall können die Schleimhäute im Scheidenbereich – aber auch in der Harnröhre und der Harnblase – unangenehm trocken und empfindlich werden, bis hin zu echten Schmerzen. Der Auricularia wird in der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin) schon immer bei Trockenheit eingesetzt und gilt als Förderer der Feuchte der Schleimhäute. Außerdem lindert er auch starke Schweißausbrüche, die ja nicht nur unangenehm sind, sondern auch peinlich, weil sie von der Umgebung wahrgenommen werden.

Vitalplilz Maitake wird im Klimakterium eingesetzt, beugt Osteoporose vor

Schließlich und zu guter Letzt ergänzt der Vitalplilz Maitake das Wirkungsspektrum. Dieser Vitalpilz wird im Klimakterium eingesetzt, um der Osteoporose vorzubeugen. Vor den Wechseljahren wirkt das Östrogen dem Knochenabbau entgegen, in der Menopause versiegt dieser Schutz. Maitake kann den Knochenabbau vermindern, indem er die Osteoblasten (für Knochenaufbau) stimuliert. Und noch eine sehr gute Nachricht: Dieser Pilz wirkt den altersüblichen Fetteinlagerungen, dem „Matronenspeck“ entgegen. Untersuchungen belegen: Das Gesamtcholesterin und die Triglyzeride werden bereits nach circa zwei- bis dreimonatlicher Einnahme deutlich gesenkt. Er wird zur Vorbeugung gegen Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen – und Gewichtszunahme eingesetzt.

Naturheilkunde und Schulmedizin müssen sich nicht ausschließen, im Gegenteil, in aller Regel ist ein Zusammengehen, vor allem bei schweren Erkrankungen, oft der Schlüssel zum Erfolg und dem Sieg über die Krankheit. In vielen Ländern ist die Anwendung von Vitalpilzen zur Heilung und Stärkung selbstverständlich. Daher hoffen wir, dass auch bei uns dieses unglaubliche Potential mehr und mehr erkannt und entsprechend eingesetzt wird.

Vitalpilze aus dem europäischen Raum

Einige bei uns verbreitete Pilze in unseren Wäldern und auf Wiesen werden schon lange in der Volksmedizin genutzt, hier einige Beispiele:

  • Der Hallimasch (Armillaria mellea) ist ein weit verbreiteter Herbstpilz. Er soll Schwindel kurieren und ist hilfreich bei Epilepsie.
  • Der Riesenbovist (Calvatia gigantea) stillt zuverlässig Blutungen und wirkt gegen Schwellungen.
  • Der Pfifferling (Cantharellus cibarius) hilft ausgezeichnet bei Sehstörungen. Auch der Lunge tut er gut.
  • Der Wiesenchampignon (Agaricus campestris) wirkt gegen Bluthochdruck und fördert die Verdauung.

Champignons können viel mehr, als nur gut schmecken. Aber die Wenigsten von uns wissen um die Kraft der Pilze.

(Horst Weiberg/mh)