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Für Maaßen muss ein Sozi gehen: Die SPD tobt – Seehofer sagt: Bätschi, Frau Nahles

Dass die SPD ultimativ den Rücktritt von Hans-Georg Maaßen gefordert hat, geht für die Partei komplett nach hinten los: Dafür ist jetzt ein SPD-Staatssekretär seinen Job los. Denn Maaßen rückt dorthin auf, und dafür muss nun der Sozialdemokrat Gunther Adler gehen. Subtiler hätte sich Horst Seehofer nicht rächen können.

Auf seiner Pressekonferenz betonte der Innenminister sogar, dass das alles mit SPD-Chefin Andrea Nahles abgesprochen sei. Er habe das schriftlich vorgelegt, und Merkel sowie Nahles hätten dem zugestimmt. Die 48-Jährige steht nun in ihrer Partei völlig blamiert da – und die tobt. Denn den Sozialdemokraten hat der CSU-Chef eine richtig lange Nase gedreht.

Das Ergebnis stellt sich aus Sicht der Sozis so dar: Feindbild Maaßen wird befördert – dafür verlieren die Sozialdemokraten ein Regierungsmitglied. Toll gemacht, Andrea Nahles, kann man da nur sagen. Oder um es mit ihren eigenen Worten auszudrücken: „Bätschi!“ Oder noch ein besseres Zitat der SPD-Chefin: „Voll in die Fresse“ bekommen.

„Das ist eine Provokation ersten Ranges. Mir reicht’s langsam“, sagte der niedersächsische SPD-Innenminister Boris Pistorius der „Rheinischen Post“. „Herr Adler ist ein renommierter und angesehener Beamter und soll nun offenbar das Opfer für Herrn Maaßen sein. Das sollte die SPD-Spitze verhindern.“ Ob die das das noch kann? Schließlich hat die SPD-Spitze in Person von Andrea Nahles der Rochade zugestimmt.

Die „Bätschi!“-Frau gerät nun mächtig unter Druck: Juso-Chef Kevin Kühnert fordert sie auf, sich nicht weiter von Seehofer an der Nase herumführen zu lassen. „Seehofer zeigt der Kanzlerin, den Koalitionspartnern und letztendlich der gesamten Öffentlichkeit den Mittelfinger.“

Auch die bayerische SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen verlangt von den SPD-Ministern in der Berliner Koalition, Seehofers Entscheidung nicht mitzutragen. „Ich gehe davon aus, dass unsere Regierungsmitglieder im Kabinett die nicht akzeptable Entscheidung des Bundesinnenministers nicht mittragen“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Der Druck auf Andrea Nahles steigt – mit ihrem Versprechen „Maaßen wird gehen“, hat sie eine perfekte Bauchlandung hingelegt. (WS)

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