Mit seinem Geständnis, er habe aufgrund der Vergewaltigung einer Freundin Rachegelüste gehegt und sei eine Woche lang durch die Straßen gestreift, bereit einen „Schwarzen zu töten“, hat der Schauspieler Liam Neeson weltweit für hysterische Empörung in allen Medien gesorgt. Nun wurden weitere Auftritte zur Premiere seines neuen Films abgesagt.
Der rote Teppich sei eingerollt, weitere Interviews und Fototermine mit dem Starschauspieler im Rahmen der Premierenveranstaltung seines neuen Films „Cold Pursuit“ (deutscher Titel: „Hard Powder“) in New York wurden laut MailOnline abgesagt.
Die Vergewaltigung einer engen Freundin des britisch-amerikanischen Schauspielers ist nun fast 40 Jahre her. In dem Interview mit der britischen Tageszeitung „The Independent“ hatte der 66-Jährige offen über seine damalige Wut und seinen Wunsch nach Rache gesprochen: „Ich lief die Straßen mit einem Totschläger rauf und runter, darauf hoffend, dass ich jemanden treffe – ich schäme mich, das zu sagen – und ich habe das vielleicht eine Woche gemacht, darauf hoffend, dass ein ’schwarzer Bastard‘ aus einer Kneipe kommt und mich provoziert, so dass ich ihn (…) töten könnte“, hatte er zugegeben. Er erzählte auch, wie sehr er nur wenig später über sich selbst erschrocken gewesen sei.
Er hätte genau dasselbe gemacht, wenn der Vergewaltiger ein Weißer Ire, Schotte oder Brite gewesen wäre , erklärte der Schauspieler, der u.a. mit seiner Rolle in dem Film „Schindlers Liste“ weltberühmt wurde.
Er habe diese Geschichte erzählt, um andere zu ermutigen, sich zu öffnen und über solche Dinge zu sprechen. „Wir alle geben uns vor, wir seien politisch korrekt. Doch manchmal kratzt man an der Oberfläche, und zum Vorschein kommen Heuchelei und Rassismus“, so Neeson.
Am Dienstagmorgen betonte er in der Sendung des US-Frühstücksfernsehen „Good Morning America“ noch einmal, dass er „kein Rassist“ sei. Doch nach so viel Offenheit hilft heute auch keine noch so ernst gemeinte Beteuerung mehr – die mediale Hinrichtung ist beschlossene Sache und folgt auf dem Fuß.
Nach seinem Auftritt bei „Good Morning America“ sei er bei einem weiteren Auftritt im Nachbarstudio vom anwesenden Publikum angepöbelt worden. „Ich habe das heute morgen gesagt und ich werde keinen Rückzieher machen, das verspreche ich euch, “ so der Schauspieler daraufhin. Aus seiner Geschichte könne man etwas lernen. „Wir brauchen den menschlichen Dialog untereinander. Wir müssen ehrlich sein… Wir leben in einer Nation, die schrecklich gespalten ist. Wir müssen zusammenkommen. Das sind die Vereinigten Staaten von Amerika“, so Liam Neeson.
Ob dieser Appell das Ende seiner Karriere noch verhindern kann, ist fraglich. Schon fordern die ersten „Scharfrichter“, ihn von der Oscar-Verleihung zu verbannen und ihn mit einem „Arbeitsverbot“ zu belegen. Zumindest von dem – schwarzen – Ex-Footballer John Barnes bekommt Liam Neeson Unterstützung. Man solle dem Schauspieler dafür, dass er die Wahrheit gesagt habe, eine Medaille verleihen, so Barnes im amerikanischen Fernsehsender ABC. (MS)
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