Empathielosigkeit und null Ahnung von Garnix – eine Kombination, die offensichtlich zum Wesenszug vieler Politiker gehört. So auch zu Jens Spahns Persönlichkeit. Am Dienstag musste sich der Bundesgesundheitsminister für seinen besonders geschmacklosen Krebs-Tweet entschuldigen.
„Der Spahn redet über Krebs, als sei es eine Durchfallerkrankung. Pfui Teufel.“ So nur einer von vielen Kommentaren zu einer mehr als empathielosen Klugscheißerei des Bundesgesundheitsministers Spahn über Krebserkrankungen. Auf Twitter zwitscherte er am Montag:
Die Reaktionen waren – gelinde gesagt – heftig. Die Feststellungen „So ein blöder Wichser“ war ebenso vertreten wie jene, dass es viele Kinder mit Krebs gebe, die weder rauchen und sich – wie andere Kinder auch – viel bewegt hätten. Daneben immer wieder Hinweise wie: „Herr Spahn, aus eigener schmerzlicher Erfahrung – man muss nicht zu jedem Thema seinen Senf abgeben. Auch nicht in ihrer Position.“
Janin antwortet Spahn auf sein abgeschmacktes Gezwitschere: „Ich nehme an meine Eltern haben mich einfach nicht genug eingecremt: Knochenkrebs mit 3 Jahren, 3 Jahre Chemo und Bestrahlung, Amputation mit 6 Jahren. Alles knorke, aber mit Sonnencreme wäre es vermutlich einfacher gewesen.“
Am Dienstag sah sich der Krebsexperte Spahn dann mutmaßlich genötigt, sich zu entschuldigen und schrieb:
„Es tut mir leid, wenn mein Tweet missverständlich war. Nichts liegt mir ferner als den Erkrankten eine Mitschuld zu geben oder Krebs zu verharmlosen. Im Gegenteil: Wir sollten durch mehr Prävention, frühere Früherkennung, bessere Therapien schweres Leid zu vermindern versuchen.“ (SB)
@jouwatch



