StartZARONEWS PresseAgenturWer´s glaubt wird selig: Hauptsächlich Missbrauchsfälle an Kirchenaustritten Schuld

Wer´s glaubt wird selig: Hauptsächlich Missbrauchsfälle an Kirchenaustritten Schuld

Berlin – Die Kirchenaustritte in Deutschland sind im Vergleich zu den Vorjahren nach Angaben der Nachrichtenagentur dts deutlich angestiegen. Insgesamt um 17 Prozent. Nicht nur aus Nordrheinwestfalen, speziell Köln, trudeln horrende Zahlen ein (jouwatch berichtete), auch in anderen Städten kehren immer mehr Menschen der Beamtenkirche den Rücken. Schuld daran sollen die Jahre zurückliegenden Missbrauchsfälle sein, die auch von der Medienplattform Domradio als Dauerthema immer wieder hochgekocht und „aufgewärmt“ werden. Dabei werden andere Reizthemen wie Unterwerfung gegenüber dem Islam und Hetze gegen Islamkritiker, AfD-Mitglieder und Migrationsgegner geschickt verschwiegen.

Auch zur neuen Austrittswelle jammert Thomas Sternberg, Chef des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, in der „Zeit“-Beilage. „Das spürt doch gerade jeder Katholik in seinem eigenen Freundeskreis: Es geht nicht mehr nur um diejenigen, die sich schon von der Kirche entfernt haben. Finanzskandale, der Umgang mit den Missbrauchsfällen – das habe auch bei ihnen zu einem enormen Vertrauensverlust geführt.“ Wer´s glaubt wird selig.

Wie die Nachrichtenagentur dts berichtet, gab es laut der Zeit-Beilage Christ & Welt in den zehn größten deutschen Städten im Schnitt im vergangenen Jahr etwa 17 Prozent mehr Austritte aus der evangelischen und katholischen Kirche als 2017. An der Spitze der Austritte (katholisch und evangelisch) stehen Essen und Köln mit einer Steigerung von 24 Prozent (von 2.182 im Vorjahr auf 2.710 Austritte in Essen im Jahr 2018 und von 6.109 Austritten auf 7.572 in Köln), in Berlin sind es 21 Prozent (2018: 16.845 Austritte), in Düsseldorf 20 Prozent (4.068), in Dortmund 17 Prozent (2.707), in München (13.879) und Hamburg 16 Prozent (13.525), in Leipzig (1.555) und in Stuttgart 14 Prozent (4.388).

Einziger Ausreißer ist Frankfurt: Die hessische Metropole verzeichnete lediglich einen Anstieg um sechs Prozent (6.286). Auf Anfrage von „Christ & Welt“ hatten Amtsgerichte und Rathäuser ihre Datenbanken ausgewertet. Weil man in Deutschland seinen Kirchenabschied nicht beim Pfarrer, sondern auf einem Amt erklären muss, sind die Behörden die erste Quelle für aktuelle Zahlen.

„Die Erschütterung hat die Menschen aus der Mitte unserer Gemeinde erreicht“, sagt Thomas Sternberg. Eben genau diese Mitte rückt von einer Kirche ab, die sich immer weiter links positioniert hat, wie der Papstgegner und Kirchenkritiker Kardinal Gerhard Ludwig Müller vor wenigen Tagen verlauten ließ und einen Vatikan kritisierte, der sich mit machtgierigen „Hofschranzen“ umgibt, die jede Opposition im Keim ersticken.

Laut einer von KNA und Domradio veröffentlichten statistischen Gesamtübersicht gehörten 2017 von den rund 82,7 Millionen in Deutschland lebenden Menschen nur noch circa 57,6 Prozent einer christlichen Kirche an. „Die katholische Kirche zählte zu diesem Zeitpunkt rund 23,3 Millionen Mitglieder, was 28,2 Prozent der Gesamtbevölkerung entsprach. Die EKD bezifferte die Zahl ihrer Mitglieder in den 20 Landeskirchen auf 21,5 Millionen, was einem Anteil von etwa 26 Prozent entsprach.“ Bereits jetzt sind viele Gemeinden nur noch Immobilienbesitzer und denken darüber nach, wie sie ihren Leerstand am besten abwickeln können. (KL/dts)

@jouwatch

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