Die Ex-Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium, Katrin Suder, könnte dreist gelogen haben, was ihre Verantwortlichkeiten bei der Auftragsvergabe an externe Berater der Bundeswehr angeht, wie BILD meldet.
Bisher hieß es, die frühere McKinsey-Managerin habe mit Auftragsvergaben nichts am Hut gehabt. Das scheint jedoch nicht zu stimmen. Vertrauliche Bundeswehr-Dokumente legen nämlich etwas anderes nahe. Im Oktober 2016 erhielt die Beraterfirma Accenture unter anderem den Auftrag, die Leistungsfähigkeit der Bundeswehr-IT zu prüfen. Unter dem Arbeitstitel „IT-Baselining“ wurden dafür 800.000 Euro veranschlagt. In einer ministeriumsinternen Befragung ließ sich Ursula von der Leyens Ex-Staatssekretärin Suder später folgendermaßen dazu ein: „Ich war nicht in die Auswahl der Auftragnehmer eingebunden.“
Aus der Mail eines Referatsleiters an den damaligen IT-Direktor der Bundeswehr, datiert drei Wochen vor der eigentlichen Auftragsvergabe, geht jedoch hervor, daß Katrin Suder sehr wohl involviert gewesen ist. In dieser Mail heißt es: „Vor wenigen Wochen hatte es (…) ein Gespräch gegeben, aus dem die Absicht hervorging, eine Studie ‚IT-Baselining‘ (…) zu beauftragen.“ Als Teilnehmer des Gesprächs nannte der Referatsleiter sowohl Ex-Staatssekretärin Suder als auch Accenture-Chefberater Timo Noetzel. Weitere Mails bestätigen, daß Suder bereits an ersten Projektvorbereitungen beteiligt gewesen war.
Mit den Ungereimtheiten bei der Vergabe von Beraterverträgen mit Gesamtkosten im dreistelligen Millionenbereich beschäftigt sich seit einiger Zeit ein Untersuchungsausschuß des Bundestags. Auffällig sei, schreibt BILD, daß sich das Bundesverteidigungsministerium nach Bekanntwerden der Widersprüche nicht mehr bedingungslos vor Ex-Staatssekretärin Suder stellt. Ein Sprecher des Ministeriums versicherte lediglich, die Auftragsvergabe sei „rechtlich sauber“ erfolgt. (ME)
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