Die Welt-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen berichtet erneut vom Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder Ali Bashars Ahmad Z., der im Mai vergangenen Jahres die 14-jährige Susanna erst vergewaltigt und dann getötet haben soll.
Er habe „Scheiße gebaut“, soll Ali Basar zu seiner Entschuldigung vorgebracht haben, so die Gisela Friedrichsen in ihrer Welt-Reportage. „Er habe jetzt zu wenig Zigaretten und zu wenig Fernsehprogramme und keinen Urlaub, beschwert er sich. Er habe doch nur ein Mädchen totgemacht, alle Mädchen in Wiesbaden seien „Schlampen“. Was ihm an Deutschland gefalle?, fragte ihn vor dem Prozess eine Gutachterin. Dass man hier ohne zu arbeiten Geld bekomme, dass man Sex haben könne, ohne Familienrache befürchten zu müssen, und dass man Alkohol trinken und mit Drogen handeln könne, antwortete er. Da prallen Welten aufeinander“, stellt Friedrichsen fest.
Um an die jungen unerfahrenen Mädchen ranzukommen, habe Ali Bashars Ahmad Z. seinen kleinen damals dreizehnjährigen Bruder Hadji, genannt Keysi, auf „Mädchenfang“ losgeschickt. Der habe harmlos und süß gewirkt und so bei den Teenagern punkten können. War das Vertrauen hergestellt sei Ali B. auf der Bildfläche erschienen, immer auf der Suche nach „Jungfrauen“, offenbar immer mit einem Messer bewaffnet und gewaltbereit.
Susanna habe die Nähe zu Hadji gesucht, offenbar dankbar, zu der Clique junger Flüchtlinge gehören zu dürfen, die sich täglich in der Wiesbadener Innenstadt traf und dort „abhing“. Von Ali B. habe sich die schüchterne und sexuell unerfahrene 14-jährige Susanna ferngehalten – er sei ihr unheimlich und zu alt gewesen, heißt es in der Welt. Bei den anderen Mädchen der Clique, die jetzt im Prozess als Zeuginnen vernommen werden, soll es sich um „offenbar traditionell erzogene Mädchen, die mit Freiheit überfordert sind“ handeln, die keine Hobbys außer „abhängen“ hätten und fast alle ausländische Namen tragen würden. Zur Unterstützung sitzen laut Friedrichsen „Mütter mit Kopftuch, deren Sprachkenntnisse an die ihrer Töchter nicht heranreichen“ im Gerichtssaal.
Ali B. soll seine Tat angekündigt haben, glaubt die Staatsanwaltschaft: Er werde Susanna so lange nicht in Ruhe lassen, bis er sie habe, so die Anklageschrift. Sollte sie sich weigern, bringe er sie um.
Am 23. Mai starb Susanna nach einem fünfstündigem Martyrium. Ali B. muss sich in einem weiteren Verfahren wegen der Vergewaltigung eines elf Jahre alten Mädchens verantworten. (MS)
@jouwatch



