Berlin – Es hört sich komplett durchgeknallt an, findet jedoch in Berlin statt und ist deshalb ernst gemeint: Neuntklässler sollen ihre Schreibkompetenz durch Döner essen verbessern.
Dass Berlin bildungstechnisch an der untersten Stufe rangiert ist kein Geheimnis. Und dass immer irrere Ideen aus der verwahrlosten Hauptstadt Gehör finden, ist ebenso Realität. Wenn afrikanische Drogendealer aufgefordert werden, sich beim Drogen verticken in pinke Umrandungen zu stellen, verwundert auch diese Bild-Zeitungsmeldung nicht mehr wirklich. Die Zeitung berichtet in ihrer Online-Ausgabe am 13. Mai 2019:
„(…)Schließlich sind die Jugendlichen nicht zum Spaß hier. Das Döner-Essen gehört zum Schulunterricht. Wie passen Fleischspieß, Knoblauchsauce und Schullehrplan zusammen? „Ganz einfach. Die Schüler trainieren damit ihre Schreibkompetenz“, sagt Franziska Geipel (32), Deutsch- und Geschichtslehrerin an der Carl-Zeiss-Oberschule in Lichtenrade. Sie hat die „Döner-Tasting“-AG ins Leben gerufen.(…)“
Die Lehrkraft Geipel schleift Neuntklässer(!), deren Schreibkompetenz eigentlich in einem Bildungssystem, das dieses Namen verdient, abgeschlossen sein sollte, in Dönerbuden, wo diese annähernden funktionalen Analphabeten „Gastro-Kritiken“ verfassen sollen. Denn: „Die Jugendlichen lernen neue Begriffe, beginnen dadurch sich mit verschiedenen Wörtern auszudrücken. Mit der Zeit wird ihr Ausdruck besser, sie werden mutiger, was ihre Sprache angeht“, so die Überzeugung der „Lehrkraft“, die die „„Döner-Tasting“-AG ins Leben gerufen hat. Wenn es mit der Döner gestützten Sprach- und Schreibkompetenz nicht klappen sollte, kann ja eine Drogen-Karriere im Görlitzer-Park angegangen werden. Standflächen für die Berufsausübung sind ja bereits eingerichtet. (SB)
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