StartZARONEWS PresseAgenturÖsterreich: Heiße Spur im Fall Strache

Österreich: Heiße Spur im Fall Strache

Der mit übelsten Methoden aufs Kreuz gelegte Ex-Vizekanzler und Ex-FPÖ-Chef H.C. Strache versprach nach seinem Rücktritt und dem Platzen der ÖVP/FPÖ-Koalition, er werde alles daransetzen, die Hintermänner des geheimdienstlich anmutenden Anschlags auf seine Privatsphäre ausfindig zu machen. Nun gibt es eine erste heiße Spur.

Die Spur führt zu dem Wiener Anwalt Ramin M., wie die JF meldet.  Der gebürtige Iraner habe das erste Treffen zwischen Johann Gudenus, dem Klubobmann der FPÖ, und der angeblichen Oligarchennichte Aljona Makarowa eingefädelt.

Die Russin soll Geschäftspartnerin des Besitzers der Münchner Detektei „Konsic“ sein, welcher an dem ersten Treffen angeblich ebenfalls teilgenommen hat. Es habe am 24. März 2017 in einem Wiener Nobelrestaurant stattgefunden, wie Gudenus der Presse erzählte. Makarowa habe die Oligarchennchte perfekt simuliert. Sie sei mit Chauffeuer in einem Maybach vorgefahren und von Bodyguards begleitet gewesen. Der Oligarch Igor Makarow erklärte inzwischen in der russischen Ausgabe des Magazin Forbes, es sei allgemein bekannt, daß er das einzige Kind der Familie gewesen ist und daß er deswewgen gar keine Nichte haben kann. Eine Aljona Makarowa sei ihm gänzlich unbekannt.

Der Wiener Anwalt Ramin M. hat der Zeitung Österreich zufolge Kontakte zu Katia Wagner, die seit 2017 als Kolumnistin für die Kronen-Zeitung arbeitet. Die ehemalige Schönheitskönigin war als Kolumnistin bekannt geworden, als sie über eine Anordnung des Arbeitsinspektorats berichtete, derzufolge Fenster an den Kabinen eines Intim-Waxing-Studios angebracht werden sollten. Fünfzigprozentiger Teilhaber an diesem Studio sei Ramin M. gewesen. Der wiederum habe als Jurist mit dem Anwalt der SPÖ, Gabriel Lansky, zusammengearbeitet.

Bei dem ersten Treffen mit der vermeintlichen Oligarchenwitwe sei es um den Verkauf von Grundstücken und Wäldern der Familie Gudenus an Frau Makarowa gegangen. Zum Beweis ihrer Bonität habe die Frau ihre Kontoauszüge präsentieren wollen und einen lettischen Paß vorgelegt.

Mehrere Treffen

Bei weiteren Treffen habe Gudenus von seiner und Straches Vorliebe für Sommerurlaube auf Ibiza erzählt. Dabei habe er erfahren, daß die beiden Lockvögel zufällig zur selben Zeit wie er selbst ihren Urlaub auf Ibiza geplant hätten. So kam es dann zu dem Treffen der vermeintlichen Oligarchennichte mit den beiden FPÖ-Politikern Ende Juli 2017, das Gegenstand der illegalen Videoaufzeichnungen geworden ist.

Laut Presse wirbt die Münchner Firma „Konsic“ mit den Diensten verdeckter Ermittlungsteams zur Aufklärung von Straftaten. Creditreform bescheinigt der Firma eine schlechte Bonität. Die Webseite der angeblichen Detektei wurde zum Jahresende 2018 aus dem Netz genommen. Ramin M. ist den Medienberichten zufolge kein Unbekannter im Zusammenhang mit H.C. Strache. Bereits 2015 soll er mehreren Mittelsmännern anderer Parteien für einen sechsstelligen Betrag Fotos angeboten haben, die Strache bei der Übergabe von Bargeld in einer Garage zeigten. Überdies soll sich der Anwalt damit gebrüstet haben, einen angeblichen Drogenkonsum Straches beweisen zu können.

Bezogen hat er sich dabei angeblich auf einen frustrierten Fraktionsmitarbeiter der FPÖ, der sich als von Strache ausgebootet vorgekommen sei. Ramin M. ließ inzwischen über seinen Anwalt Richard Soyer mitteilen, daß er wegen Verschwiegenheitspflichten keine Aussagen zu der Ibiza-Geschichte machen dürfe. Nicht geklärt ist bislang, wer die Müncher Sicherheitsfirma beauftragt hat, das Treffen auf Ibiza einzufädeln und zu filmen.

Sowohl „Süddeutsche Zeitung“ als auch SPIEGEL bestreiten, für das Material, das sie vergangenen Freitag veröffentlicht hatten, Geld bezahlt zu haben. (RB)

@jouwatch

Quelle!:

Empfohlene Artikel
- Advertisment - Beschreibung des Bildes