Der Chef der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp, hat sich zu einem Beschluss des US-Repräsentantenhauses geäußert, die Gaspipeline Nord Stream 2 mit Strafmaßnahmen zu belegen.
„Wir sollten auf Sanktionen, die Europa schädigen, mit Gegensanktionen antworten“, sagte Schepp gegenüber der DPA.
„Es ist an der Zeit, dass Berlin und Brüssel eine klare politische Position beziehen und mit gezielten Gegenmaßnahmen antworten“, sagte er weiter.
Die energiepolitische Unabhängigkeit Europas steht hier Schepp zufolge auf dem Spiel. Nord Stream 2 erhöhe die Energiesicherheit in Europa und sorge für günstige Energiepreise, auch im Vergleich zum teureren Flüssiggas (LNG) aus den USA. Washington wolle mit den Sanktionen den LNG-Verkauf nach Europa fördern, so Schepp.
„Deutschland braucht günstige Energiepreise, um mit seinen energieintensiven Industrien im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können“, fügte der AHK-Chef hinzu.
EU-Unternehmen und deutsche Energieinteressen betroffen
Eine zu hohe Abhängigkeit von russischem Gas in Deutschland wies er als „Scheinargument“ zurück. Die EU hänge bei „nüchterner Betrachtung der Fakten unzweifelhaft weniger vom russischen Gas ab, als Russland von den Deviseneinnahmen für in die EU geleitetes russisches Gas“. Die Einschränkungen würden aber weniger Russland treffen, sondern in erster Linie europäische Unternehmen und deutsche Energieinteressen.
US-Verteidigungsetat für 2020
Das US-Repräsentantenhaus hatte zuvor mit großer Mehrheit für ein Gesetzespaket zum Verteidigungshaushalt (NDAA) gestimmt, das auch die Sanktionen gegen Nord Stream 2 und Turkish Stream vorsieht.
Top-Managern, die Spezialschiffe für Nord Stream 2 bereitstellen, drohten unter anderem Einreisesperren und das Einfrieren von Vermögenswerten, so Schepp.
ak/ip/dpa




