Wenige Tage vor Weihnachten hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron während seines Besuchs in der Elfenbeinküste die Gegner seiner Rentenreform aufgefordert, über die Feiertage eine Streikpause einzulegen. Das teilte die Agentur AFP mit.
Es gebe Französinnen und Franzosen, die sich an den Feiertagen wiedersehen wollten, dies müsse anerkannt werden, sagte Macron am Samstagabend (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz in der Stadt Abidjan in der Elfenbeinküste (Côté d’Ivoire).
Die von Macron und der Regierung gewünschte Streikpause zu Weihnachten zeichnet sich allerdings bisher nicht ab. Mehrere Gewerkschaften hatten dazu aufgerufen, den Arbeitskampf fortzusetzen.
Verkehrschaos
Das Verkehrschaos in Frankreich geht auch zu Beginn der Weihnachtsferien weiter. Gestrichene Züge und Staus auf den Straßen haben am Samstag erneut die Geduld vieler Menschen auf die Probe gestellt. Der Zugverkehr nach Deutschland ist ebenfalls betroffen. Grund für den Verkehrskollaps ist der Streik im öffentlichen Verkehr, der auf die geplante Rentenreform in Frankreich abzielt.
Mehr als 600 Kilometer langer Stau in Region Paris
Allein am vergangenen Montag ist es in der Pariser Region Île-de-France zu einem Stau mit einer Länge von mehr als 600 Kilometern gekommen. Wie der TV-Sender „BFMTV“ berichtete, sei der Rekordstau mit einer Länge von 631 Kilometern am 9. Dezember registriert worden.
Proteste in Frankreich
Massive Streiks gegen die geplante Rentenreform des Staatschefs Emmanuel Macron dauern in Frankreich seit gut zwei Wochen an. Hunderttausende Menschen gingen am 5. Dezember zum Generalstreik auf die Straße. Der öffentliche Verkehr war fast komplett lahmgelegt. Die meisten Metro-Linien wurden nicht bedient, Bahnhöfe waren geschlossen. Es kam zu Krawallen und Protesten. Der Bahnverkehr im gesamten Land ist seitdem massiv gestört, der Nahverkehr in Paris ebenfalls.
Macrons Rentenreform
Mit der Rentenreform will die französische Regierung Privilegien für bestimmte Berufsgruppen wie die Eisenbahner auf längere Sicht abschaffen. Außerdem will die Regierung Anreize geben, länger zu arbeiten.
Die Regierung hatte mit langen Übergangsfristen zwar Zugeständnisse gemacht – die Gewerkschaften waren allerdings nicht zufrieden. Umfragen zufolge tritt eine Mehrheit der Franzosen gegen die Reform auf.
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