StartPolitikEuropaBelarus-Migranten: Polens Ministerpräsident befürchtet „Millionen“ Zuwanderer

Belarus-Migranten: Polens Ministerpräsident befürchtet „Millionen“ Zuwanderer

Angesichts der Flüchtlingskrise an der Grenze zu Belarus warnt der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki vor „Millionen“ Migranten, die sich bald Richtung Europa auf den Weg machen könnten. Nach seiner Einschätzung wird die Situation an der Grenze „immer bedrohlicher“.Ziele der Migranten seien Deutschland, Frankreich, die Niederlande, schilderte Morawiecki im Interview mit der „Bild“. „Wir verteidigen also ganz Europa an unserer Grenze“. Polen sei fest entschlossen, die Ostgrenze Europas und auch der Nato „mit allen Mitteln“ zu schützen, betonte Morawiecki. „Wenn wir nicht in der Lage sind, jetzt Tausende Zuwanderer fernzuhalten, dann werden es bald Hunderttausende sein, Millionen, die Richtung Europa kommen.“„Wenn wir unsere Grenzen in Europa nicht entschieden schützen und verteidigen, werden hunderte Millionen aus Afrika oder dem Mittleren Osten versuchen, nach Europa und insbesondere nach Deutschland zu kommen“, fügte der polnische Ministerpräsident hinzu.Er glaube, dass die 80 Millionen Menschen in Deutschland nicht glücklich wären, wenn weitere 50 Millionen zu ihnen kommen würden. „Weil sie ihren Lebens-Standard halten wollen. Sie wollen ihre Kultur behalten.“

Auf die Frage, ob er Beistand der Nato und damit auch Deutschlands erwarte, sagte Morawiecki: „Falls es notwendig wird, gibt es Eskalationsstufen.“ Er freue sich, dass die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und ihr baldiger Nachfolger Olaf Scholz bereits ihren Beistand ausgedrückt haben ebenso wie Spitzenvertreter anderer Nato-Staaten.

„Ein nächster Schritt wäre eine entschlossene Erklärung der Nachbarn von Belarus: Polen, Litauen, Lettland. Ein weiterer Schritt könnte sein, Artikel 4 des Nato-Vertrags zu aktivieren.“Polen, Litauen und Lettland berichten seit Wochen von einer Zunahme illegaler Einwanderer im Grenzgebiet zu Belarus. Zuletzt drängten sich Tausende Menschen aus Afrika und dem Nahen Osten an der belarussisch-polnischen Grenze. Die Regierung in Minsk weist die Vorwürfe zurück, Migranten aus Krisenregionen mit Visa und Flügen gezielt anzulocken und dann an die EU-Außengrenze bringen zu lassen.

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