Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz haben sich am Montag bei einer Diskussionsrunde der „Märkischen Allgemeinen“ (MAZ) mit den Direktkandidatinnen und Direktkandidaten des Wahlkreises Potsdam zur Situation mit Corona-Impfungen im Land ausgesprochen.Baerbock hält das Hamburger 2G-Modell, bei dem Unternehmer Ungeimpfte in Kneipen, Restaurants oder Clubs draußen lassen können, für eine Option.Diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, könnten nicht auf die Solidarität aller anderen zählen, betonte die Grünen-Vorsitzende.„Dann muss man auch Freiheitseinschränkungen hinnehmen und sagen, gut, dann kann man eben nicht in eine Bar gehen, wenn man sich nicht impfen lassen will.“Verantwortungsvolle Politik müsse sagen, wie dem vorgebaut werde, dass Schulen wieder schließen.
In Hamburg können Veranstalter und Wirte selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie Tests akzeptieren.
Scholz für weitere Tests
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz rechnet nicht mit einem erneuten Corona-Lockdown und warb für weitere Tests in Betrieben und Schulen. „Der Herbst und Winter sind noch schwierig. Wir brauchen Vorsichtsregeln“, sagte der SPD-Politiker. Er rechne mit einer „Pandemie der Ungeimpften“. Es sei genug Impfstoff da und jeder könne sich impfen lassen. Deshalb „ließe sich ein neuer Lockdown nicht rechtfertigen“, sagte der Vizekanzler. Er betonte: „Wir werden keine Impfpflicht haben, ich bin dagegen.“
Baerbock warf der Bundesregierung vor, in der Corona-Pandemie am Parlament vorbei zu regieren. Scholz verwies darauf, dass der Bundestag mit breiter Mehrheit die pandemische Lage verlängert habe. „Es wird auch unterstützt von allen 16 Ländern.“



