Der stellvertretende Außenminister Polens, Marcin Przydacz, hat die Verbrennung einer deutschen Flagge beim Unabhängigkeitsmarsch in Warschau scharf verurteilt.„Solche Vorfälle sind immer negativ zu bewerten, und so wurde es auch getan“, sagte Przydacz am Freitag gegenüber Polskie Radio. „Ich verurteile ein solches Verhalten auf das Schärfste“, fügte er hinzu.Przydacz betonte, der Vorfall müsse untersucht werden, um ähnliche Situationen in der Zukunft zu verhindern.
Am Donnerstag organisierten rechtsextreme Demonstranten in Warschau einen Aufmarsch zum Gedenken an den Unabhängigkeitstag. An dem „Unabhängigkeitsmarsch“ waren Zehntausende beteiligt. Einige Teilnehmer skandierten Parolen wie „Gott, Ehre und Vaterland“ und „Nein zur Europäischen Union“.
Einer der Demonstranten brachte eine deutsche Nationalflagge mit und zündete sie mit den Worten an: „Für den Mord an uns sechs Millionen (Polen während des Zweiten Weltkriegs – Anm.d.Red.) wird nun diese ekelhafte Flagge verbrannt.“ Dabei hat er auch unflätige Worte gebraucht.
Auch Robert Bonkiewicz, Leiter des „Unabhängigkeitsmarsches“, äußerte sich vor Beginn des Marsches unfreundlich über Deutschland. „Der Angriff kommt nicht nur aus dem Osten, sondern auch aus dem Westen“, sagte er.
Die Polen würden „auch von Deutschland angegriffen, das die Institutionen der Europäischen Union nutzt, um uns unserer Souveränität zu berauben“ und „uns unsere nationale, kulturelle und sogar sexuelle Identität wegnehmen will“, so Bonkiewicz.



