Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hat am Donnerstag mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über die milliardenschwere Nachfolge des Kampfflugzeugs Tornado beraten und will nun die Beschlüsse ihrer Vorgängerin, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), überprüfen. Darüber berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA) am Samstag.Nach der Unterredung mit Scholz soll Lambrecht mehrere Prüfaufträge für die Entscheidungen erteilt haben, die von ihrer Vorgängerin AKK bereits getroffen worden waren. Insbesondere geht es um den Beschluss, die vor 40 Jahren eingeführte Tornado-Flotte durch die amerikanischen F-18-Kampfflugzeuge zu ersetzen, wodurch auch die sogenannte nukleare Teilhabe Deutschlands an US-Waffen ermöglicht werden könnte. Ein europäischer Eurofighter kam dabei nicht in Frage, weil seine Zertifizierung mit mehr Aufwand verbunden oder auf absehbare Zeit gar unmöglich war.
Nun muss aber nochmals geklärt werden, ob ein Kauf des moderneren Flugzeugs F-35 eine Alternative sein könnte und ob der Eurofighter für eine zweite Aufgabe der Tornado-Flotte geeignet wäre – den elektronischen Kampf. Die nötigen Schritte und Zeitabfolgen für die Bewaffnung der neuen Bundeswehrdrohne Heron TP müssen auch festgehalten werden.
In ihrem Koalitionsvertrag hatte die Ampel-Koalition im November die Bewaffnung von Drohnen beschlossen, um die Bundeswehr-Soldaten in Einsatzgebieten vor Angriffen schützen zu können. Zu Beginn der 20. Legislaturperiode wollen die Koalitionspartner auch ein Nachfolgesystem für das Kampfflugzeug Tornado beschaffen.
Das nukleare Abschreckungskonzept der Nato sieht vor, dass Verbündete im Kriegsfall Zugriff auf Atomwaffen der USA haben, die Bomben ins Ziel tragen können müssen. Deutschland beschränkte sich bisher auf Tornados mit Spezialisierung im elektronischen Kampf, die die Bomber gegebenenfalls schützend begleiten könnten. Dies soll nun aber nach bisherigen Planungen durch die Beschaffung von etwa 30 F-18 der Version Super Hornet geändert werden.



