Essen/Düsseldorf: In der Weihnachzeit wird nicht nur geschlemmt, sondern auch gedarbt. Dies gilt auch für Deutschlands bevölkerungsreichtes, besonders unter „Zuwanderern“ so beliebtes Bundesland Nordrhein-Westfalen. Der Vorsitzende der dortigen Tafeln Wolfgang Weilerswist schlägt jetzt laut Focus Alarm: „Eine halbe Million Menschen gehen in Nordrhein-Westfalen inzwischen zur Tafel, weil sie sich das Nötigste nicht mehr leisten können – Tendenz steigend.“
Laut Weilerswist ist die Politik am Anstieg der Armut nicht unbeteiligt.
„Es ist ein Skandal, dass es Einrichtungen wie die Tafel in so einem reichen Land geben muss“, sagt Weilerswist im Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Die Politiker müssten im Kampf gegen die Armut in Deutschland mehr tun. Es müsse mehr bezahlbarer Wohnraum für Menschen geschaffen werden, die von Armut betroffen sind. Nach Abzug von Miete bleibe den meisten kaum noch Geld für Lebensmittel. „Also geht man zu uns“, so Weilerswist.
In Nordrhein-Westfalen sorgen inzwischen 17 000 Helfer in 173 Tafeln dafür, dass im Bundesland niemand Hunger leiden muss. Bundesweit gibt es sogar 900 Tafeln, die Bedürftige und Menschen mit Mindestlohn versorgen. Allein an Rhein und Ruhr sind drei Millionen Menschen von Armut bedroht. Dort ist die Zahl der armutsgefährdeten Menschen ist 2017 laut Sozialverbänden rasant um 30 Prozent gestiegen.
Ministerpräsident Laschet dagegen sieht im Anwachsen der Lebensmittel-Tafeln in Deutschland kein Hinweis auf ansteigende Armut. Bereits im März dieses Jahres teilte er der Rheinischen Post mit, bei der Tafel-Hilfe gehe es nicht darum, Menschen vor dem Verhungern zu bewahren, sondern „Tafeln ermöglichen einen Spielraum über das Existenzminimum hinaus“ (KL)
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