Bitcoins – Ein Wegbereiter für Kriminelle?

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Von vielen Menschen werden Bitcoins eher skeptisch betrachtet. Denn es ist bekannt, dass die Kryptowährung gerade in ihrer Anfangszeit genutzt wurde, um im Darknet kriminelle Geschäfte abzuwickeln. Allerdings ist die Sache nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint.

Zwar wurde der Bitcoin auf einigen Plattformen genutzt, um Waffen und Drogen über das Internet zu bezahlen. Das bedeutet aber nicht, dass das der Hauptzweck der Währung ist. Außerdem ist es in den meisten Ländern sowieso relativ schwer geworden, kriminelle Geschäfte über Bitcoins abzuwickeln. Denn sobald ein größerer Betrag der Währung gekauft oder verkauft werden soll, muss die entsprechende Börse erst einmal die Identität des Kunden feststellen. Außerdem wird mittlerweile sehr strikt darauf geachtet, dass das Geldwäschegesetz eingehalten wird. Wenn Kriminelle Bitcoin kaufen möchten, dann können sie das zumindest in der Europäischen Union kaum noch unerkannt tun.

Doch warum wird der Bitcoin überhaupt mit unseriösen Machenschaften in Verbindung gebracht? In diesem Artikel wollen wir es zeigen.

Es begann mit Silk Road

Im Jahr 2011 gründete der US-Amerikaner Ross Ulbricht die Plattform Silk Road. Silk Road war der erste bekannte Marktplatz im Darknet. Dem Start von Silk Road ging eine mehrjährige Entwicklungsphase voraus. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus Silk Road eine riesige Plattform, auf der die Nutzer mit Drogen, Waffen und anderen illegalen Waren handeln konnten. Dabei ging der Betreiber Ross Ulbricht enorm professionell vor und sorgte dafür, dass Käufer nicht von unseriösen Verkäufern betrogen werden. Das gelang durch ein Bewertungssystem und einen Treuhandservice. Seine Identität schützte er sehr gut und es war für das FBI eine enorme Herausforderung, ihn überhaupt ausfindig zu machen. In seiner Anfangsphase machte er allerdings einige kleine Fehler, die ihm später zum Verhängnis wurden. Er wurde verhaftet und mittlerweile zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Man geht davon aus, dass Waren im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar über Silk Road gehandelt wurden. Nach dem damaligen Bitcoin Kurs verdiente Ross Ulbricht etwa 80 Millionen US-Dollar Provision.

Nachdem die Seite Silk Road vom Netz genommen wurde, gab es zahlreiche Nachahmer. Allerdings können auch die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen nicht dafür sorgen, dass die Betreiber und Verkäufer dauerhaft unentdeckt bleiben. Man kann deshalb davon ausgehen, dass nur ein kleiner Anteil der geschätzt 30 Milliarden Euro Drogenumsatz in Europa im Darknet erwirtschaftet werden.

Geldwäsche mit Bitcoins?

Oft wird das Thema Geldwäsche mit Bitcoins in Verbindung gebracht. Allerdings ist es nicht besonders einfach, über Bitcoins Geld zu waschen. Bereits vor einigen Jahren sind die großen Handelsplätze in den Fokus der Geldwäschebekämpfer gelangt. Unternehmen werden dazu gezwungen, die hohen Standards der Europäischen Union durchzusetzen. Geldwäsche mit Bitcoins wird deshalb primär über gehackte Konten und mit gefälschten oder geklauten Papieren durchgeführt. Und damit unterscheidet sich diese Art der Geldwäsche nur unerheblich von anderen Praktiken. Es ist also keinesfalls so, dass Kryptowährungen die Geldwäsche revolutioniert haben und Kriminelle jetzt leichtes Spiel haben.

Übrigens gibt es einige Kriminelle, die unbedarfte arbeitssuchende Menschen in ihre Aktivitäten einbeziehen. Sie werben mit einem attraktiven Job im Bereich der Kryptowährungen. Die vermeintlichen Angestellten nehmen dann eine Schlüsselrolle in der Geldwäsche ein, ohne das überhaupt zu bemerken. Sie stellen ihr eigenes Konto zur Verfügung, über das sie dann Bitcoins in eine andere Währung umwandeln. Doch diese Masche kam nicht erst mit den Kryptowährungen auf. (Ende)

Bild: © CC0 pixabay – TheDigitalArtist