Dänemark – Die Forderung des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump zur Rückführung von Hunderten gefangenen IS-Kämpfern wurde von Dänemark abgelehnt.
„Es handelt sich um einige der gefährlichsten Menschen der Welt, und wir sollten sie nicht zurücknehmen“, so ein Sprecher des dänischen Ministerpräsidenten Lars Lokke Rasmussen. Die islamischen Kämpfer müssten in der betreffenden Region vor Gericht gestellt werden. Dänemarks Job sei es, dort beim Aufbau eines Justiz- und Strafvollzugssystems zu helfen. Die IS-Terroristen müssten die Strafen in den Ländern absitzen, wo sie diese begangen haben, so die Position Dänemarks. Ähnlich ablehnend äußerte sich die Dänische Volkspartei, die die Regierung von Rasmussen stützt.
Nach Schätzungen des dänischen Nachrichtendienstes PET von 2018 sind seit 2012 rund 150 Menschen aus Dänemark nach Syrien und in den Irak gereist, um sich den islamischen Dschihadisten anzuschließen.
Der dänische Minsterpräsident sieht die Schuld für die Situation bei Trump. Schließlich habe sich der US-Präsident dazu entschlossen, die Truppen aus Syrien abzuziehen, bevor das Land stabilisiert worden sei, so die dänische Position.
Der US-Präsident schrieb in zwei Twitternachrichten, dass die USA die europäischen Verbündeten ersuchen, 800 IS-Kämpfer zu übernehmen, die die US-Truppen in Syrien gefangen genommen hätten und sie vor Gericht zu stellen. Die Alternative dazu sei „nicht gut – denn wir wären gezwungen, sie freizulassen“, so der Präsident.
Neben Dänemark sprach Trump auch Deutschland, Großbritannien und Frankreich direkt an. Die Grünen zeigten sich der Forderung gegenüber offen. Omid Nouripour, Grünen-Sprecher für Außenpolitik, sagte laut dem Hamburger Abendblatt im „Deutschlandfunk“, dass frühere IS-Kämpfer zurückgenommen werden und in Deutschland zur Rechengeschaft gezogen werden sollten.(SB)
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