Im Kreis der Bundesländer gibt es laut Bundesinnenminister Horst Seehofer viel Unterstützung für die Aufnahme von 243 minderjährigen und kranken Migranten aus den überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln.
Zum Abschluss der Konferenz der Innenminister von Bund und Ländern sagte der CSU-Politiker am Freitag, er sei froh über die Zustimmung. Deutschland wolle neben den kranken Minderjährigen auch enge Angehörige aufnehmen, insgesamt rund 900 Menschen. Spitzenvertreter aus CDU, CSU und SPD hatten sich darauf im Kern schon vor Monaten verständigt.
Die Migranten sollen nicht nach dem üblichen Schlüssel auf die Bundesländer verteilt werden. Sonst wäre vielleicht nicht immer gewährleistet, dass Familien zusammenbleiben könnten, so der Minister. Details sollten nun geregelt werden. Interesse hätten etwa Bayern, Bremen, Hamburg, Berlin, Thüringen und vielleicht auch Baden-Württemberg.
„Die Verhältnisse auf den Inseln sind nach wie vor erschütternd“, zitiert die DPA Seehofer.
Deshalb sei es wichtig, nun nach langer Diskussion schnell zu helfen.
Flüchtlinge in Griechenland
Mitte April hatten sich mehr als 39.000 Migranten auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos aufgehalten. Die Lager mit einer Aufnahmekapazität von rund 7000 Menschen sind restlos überfüllt.
Um einer möglichen Coronavirus-Ausbreitung in den Flüchtlingscamps vorzubeugen, begann die griechische Regierung im Mai mit der Verlegung Hunderter Migranten aus Lesbos‘ Lager Moria aufs Festland. Darüber hinaus will Athen unbegleitete Kinder aus den Insel-Lagern in anderen Ländern unterbringen.
Ein erster Flug mit 47 Kindern und Jugendlichen von den griechischen Inseln, die ohne Angehörige unterwegs waren, kam schon im April in Deutschland an. Am 16. Juni gab Berlins Innensenator Andreas Geisel bekannt, dass Berlin nicht nur wie bisher diskutiert 300 unbegleitete Minderjährige aufnehmen wolle, sondern auch andere besonders Schutzbedürftige wie Kranke, Alleinerziehende und Schwangere.
mo/mt/dpa



