StartPolitikEuropaFahrradgate - Leipziger Polizistin „vertickt“ Hunderte beschlagnahmter Fahrräder

Fahrradgate – Leipziger Polizistin „vertickt“ Hunderte beschlagnahmter Fahrräder

Eine Polizistin in Sachsen soll mehr als tausend zuvor beschlagnahmte Fahrräder an Kollegen und Freunde weiterverkauft habe. Dutzende Kollegen wussten und profizierten wohl davon. Das Sächsische Innenministerium weiß wohl seit fast einem Jahr davon.

Nach einem Bericht der „Dresdner Morgenpost“ hat eine 43-jährige Leipziger Polizeibeamtin innerhalb von vier Jahren mehr als tausend zuvor von der Polizei sichergestellte Fahrräder über einen Verein weiterverkauft. Die Polizistin war selbst bei der Ermittlungsgruppe „Zentrale Bearbeitung der Fahrradkriminalität“ tätig und hatte Zugang zu den Fahrrad-Asservaten der Polizei.

Dem Bericht der „Dresdner Morgenpost“ zufolge wurden die teils hochwertigen Räder für gerade mal 50 bis 100 Euro weiterverkauft an andere Polizeibeamte oder deren Angehörige und Freunde.

Fall den Behörden seit fast einem Jahr bekannt?

Der Fall soll dem Landesinnenministerium bereits seit Sommer 2019 bekannt sein.

An die Öffentlichkeit gelangte der Skandel jedoch erst aufgrund der Medienrecherchen. Erst daraufhin äußerte sich das Sächsische Innenministerium jetzt auf Twitter:

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine „Vielzahl“ von Beamten

In dem Skandal um den günstigen Verkauf sichergestellter Räder an Polizisten ermittelt die Staatsanwaltschaft nun gegen eine „Vielzahl“ von Beamten der sächsischen Polizei. Die Verdächtigen gehörten nicht nur zur Polizeidirektion Leipzig, erklärte Behördensprecherin Vanessa Fink am Freitag. 

Zu den Zahlen, auch der Beschuldigten, machte Fink keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft führe mehrere Ermittlungsverfahren wegen Korruptionstatbeständen, Strafvereitelung im Amt sowie wegen Diebstahls und Unterschlagung. Ermittelt werde schon seit Mitte 2019.

Im Kurznachrichtendienst Twitter löste der Skandal beißenden Spott aus. Neben dem Titel „Fahrradgate“ bekam das Geschehen auch noch den Hashtag #VerdächtigGuteBikes verpasst. Das lehnt sich an den Werbeslogan der sächsischen Polizei für „verdächtig gute Jobs“ an.

Umstieg auf „fossile Transportmittel“?

Der Linken-Landtagsabgeordnete Marco Böhme postete eine Kleine Anfrage, die er ans Innenministerium gestellt hat. In satirischem Ton will er unter anderem wissen, seit wann der Staatsregierung Kenntnisse vorliegen, „dass Teile der Polizeidirektion Leipzig so dringend auf nicht fossile Transportmittel umsteigen möchten“.

as/dpa

Quelle!:

Empfohlene Artikel
- Advertisment - Beschreibung des Bildes