StartZARONEWS PresseAgenturGieriger Staatsfunk: Noch mehr Kohle für „betreutes Denken“?

Gieriger Staatsfunk: Noch mehr Kohle für „betreutes Denken“?

Die Deutschen sollen für ihre eigene Indoktrinaton künftig noch mehr Geld blechen, geht es nach dem Willen des Ratsvorsitzenden des Bayerischen Rundfunks (BR), Lorenz Wolf. Der journalistische Kampf der öffentlich-rechtlichen Medien „gegen Populismus“ habe nun einmal seinen Preis – und der sei laut Wolf mit 17.50 Euro Rundfunkgebühren pro Haushalt monatlich deutlich zu niedrig bemessen.

In einer Gastkolumne für die Augsburger Allgemeine versucht Wolf, das angebliche „Tabu“ höhere Gebühren zu Fall zu bringen, das längst keines mehr ist: Denn dass der öffentlich-rechtliche Staatsfunk nach mehr Geld, nach stetiger Erhöhung der Gebührenpauschale ruft, ist nichts Neues. In den letzten Jahren wurden die Begehrlichkeiten wenigstens noch mit journalistischer Qualitätssicherung begründet – nicht mit Konterpropaganda gegen erstarkende „populistische“ Strömungen in der Gesellschaft. Eine derart schamlose Verknüpfung von finanziellen Forderungen mit einer politischen Agenda hat man hingegen selten zu hören bekommen. Denn unter „Populismus“ fällt in Deutschland inzwischen ja fast jede Form von Regierungskritik und tendenziöser Berichterstattung; insofern ist Wolfs Forderung als ein kaum verkappter Ruf nach Aufrüstung der Landesrundfunkanstalten im Kampf um die Meinungshoheit zu verstehen. Wer so argumentiert, der sieht seine Felle davon schwimmen – und das gilt für die deutschen Rundfunkräte ebenso wie für ihre Dienstherren in den Kabinetten.

Die nicht gerade für Regierungsdistanz und Fairness gegenüber Außenseitermeinungen bekannten öffentlich-rechtlichen Medien, insbesondere die ARD, verfügen über Milliardenbudgets und profitieren von einer institutionellen Wettbewerbsverzerrung, die ihnen das deutsche Rundfunkrecht beschert. In den neuen Medien und jugend-affinen Kommunikationskanälen sehen sie trotzdem alt aus. Vor allem das moniert BR-Mann Wolf – und jammert über „fortschreitende Digitalisierung sowie den weltweiten Siegeszug der sozialen Medien und Internetplattformen“, von denen die „Populisten“ ungleich stärker profitierten. Ob eine Erhöhung der noch bis 2020 festgeschriebenen Rundfunkgebühren daran etwas ändert, kann getrost angezweifelt werden. Der Hauptgrund für den schwindenden Einfluss des Staatsfunks in Deutschland dürfte nämlich vor allem darin liegen, dass sich die Menschen nicht das Denken vorschreiben lassen wollen.

@jouwatch

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