Rund 400 Migranten haben laut örtlichen Medien am Sonntag das überfüllte Lager von Moria auf der griechischen Insel Lesbos verlassen dürfen.
Die Maßnahme betreffe Migranten, die zu „gefährdeten Gruppen“ gehören, so das Nachrichtenportal Stonisi. Mit Schutzmasken und Handschuhen ausgestattet, seien die Menschen in Bussen transportiert worden, die aus hygienischen Gründen nur zur Hälfte besetzt worden seien.
Später würden sie mit zwei Schiffen zum griechischen Festland in die Hafenstadt Piräus gebracht. Zwei weitere Evakuierungen aus Moria seien für die nächste Woche anberaumt.
„Das Ziel ist es, rund 2400 Menschen von Insellagern auf griechisches Festland zu befördern“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Beamten des griechischen Migrationsministeriums.
Mitte April hatten sich mehr als 39.000 Migranten auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos aufgehalten. Die Lager mit einer Aufnahmekapazität von rund 7000 Menschen sind restlos überfüllt.
Corona-Lage in Griechenland
Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie eingestuft.
Weltweit wurden laut der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bereits mehr als 3,4 Millionen Menschen in 185 Ländern mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Bisher wurden demnach 244.239 Todesopfer registriert.
Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Griechenland beträgt nach Angaben der Organisation 2626. An der neuartigen Krankheit seien 144 Patienten gestorben.
Die Zahl der registrierten Covid-19-Opfer ist in Griechenland wesentlich niedriger als in anderen Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich oder Großbritannien. Trotzdem forderte die EU Athen auf, unter einem besonders großen Ansteckungsrisiko stehende Einwanderer aus den überfüllten Lagern zu evakuieren.
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