Großbritannien – Nach Rochdale und Rotherham, sowie vielen weiteren Fällen in etlichen Städten, ist nun auch Bradford betroffen. Eine pakistanisch-muslimische „Grooming Gang“ ist nun verurteilt worden.
Die Justiz in Bradford sprach Mitte der Woche ein Urteil, das zumindest Hoffnung auf Gerechtigkeit gibt. Neun Männer, ausnahmslos Muslime, sind wegen Vergewaltigung und Missbrauch von zwei englischen Mädchen, damals 14 Jahre alt, zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Mädchen waren in einem Kinderheim untergebracht, wo sie ab 2008 über viele Jahre hinweg von den Männern missbraucht, vergewaltigt und heftig geschlagen wurden, wie BBC berichtet.
Eines der Opfer, Fiona Goddard, war aus der Anonymität herausgetreten und hatte so die Anklage erst ermöglicht. „Es gibt nichts, wofür man sich schämen müsste“, sagte sie und sprach allen Opfern von Missbrauch Mut zu.
Richter Jonathan Durham Hall sagte folgende Worte bei der Urteilsverkündung und verhängte bei einigen Tätern sogar Haftstrafen von bis zu 20 Jahren: „Es scheint so, als hätten Sie nicht einmal die Mindesmaße an angemessenen menschlichen Verhalten gezeigt.“
Basharat Khaliq, einer der Verurteilten, hatte mit dem Missbrauch begonnen, indem er die Mädchen mit seinem Auto herumfuhr und ihnen Wodka an einer Tankstelle kaufte. Danach begannen Jahre des Missbrauchs durch ihn und seine Mittäter an den Mädchen, denen immer wieder Gewalt angetan wurde. Die Mädchen wurden zwangsprostituiert und in mehreren Wohnungen anderen Muslimen zum Sex angeboten. Der Fall weckt Erinnerungen an die nahezu industrielle Missbrauchskultur der Vorfälle in Rotherham oder Rochdale, die bis heute nicht völlig aufgeklärt wurden. Immer wieder erschüttern ähnliche Fälle von sogenannten „Grooming Gangs“ die englischen Kleinstädte. (CK)
@jouwatch



