StartPolitikEuropaGrüne fliegen aus dem Parlament: Kein Grund zu feiern

Grüne fliegen aus dem Parlament: Kein Grund zu feiern

Nachdem es nahezu Gewissheit ist, dass die Grünen dem neuen Nationalrat nicht mehr angehören werden, da sie an der Vier-Prozent-Hürde gescheitert sind, machte sich am anderen Ende des politischen Spektrums Spott und Häme breit. Doch es ist nicht die Vernunftannahme des durchschnittlichen Grünen-Wählers, der dieser Ergebnis bewirkte, sondern vor allem die Selbstzerfleischung im eigenen Lager. Verschwunden ist aber weder die Anhängerschaft von heimatfeindlichen Ideologien noch der Sumpf, aus denen sie entstanden sind. Nur einen positiven Aspekt kann man gelten lassen: Mit dem Ausscheiden der Grünen aus dem Parlament ist eine wichtige Geldquelle für skurrile Antifa-Vereine versiegt.

Von Jan Ackermeier

Machen wir uns nichts vor: Wären etwa die Freiheitlichen mit einem ähnlichen Ergebnis aus dem Parlament ausgeschieden, wie es den Grünen widerfahren ist, sie würden noch drei Wochen später im Siegeszug über die Wiener Ringstraße ziehen. Verglichen damit ist die Häme und Genugtuung, mit der man auf die Wahlniederlage der Grünen in den sozialen Medien reagiert, noch harmlos und gesittet. Doch diese Freude und Genugtuung über das Scheitern der „Chlorophyll-Marxisten“ in patriotischen Kreisen ist zwar verständlich, aber kurzsichtig.

Die Grünen sind an ihrem eigenen Unvermögen gescheitert und daran, dass ihnen mit Peter Pilz eine starke Konkurrenz erwachsen ist. „Hätten wir Peter Pilz auf Listenplatz vier gewählt, wären die Grünen heute im Parlament“, war vom Grünen Steinhauser denn auch nach der Wahl zu hören. Der klassische Grünwähler wandte sich vom zerstrittenen Hühnerhaufen ab und anderen wie etwa der Liste Pilz oder der SPÖ zu.

Die Heimatfeinde sind nicht verschwunden

 Das heißt aber noch lange nicht, dass die Ideen und die Ideologien der Grünen von heute auf morgen verschwunden wären. Ganz im Gegenteil: Die vergangene Wahl hat vor allem gezeigt, dass die Wähler nur gewandert sind. Es ist also zu früh, um sich darüber zu freuen, dass die Anhänger des „Nimm ein Flaggerl für dein Gackerl“-Wahns vermutlich nicht mehr im Nationalrat vertreten sein werden.

Umweltschutz-Thema neu besetzen

Es liegt hier auch gleichzeitig eine große Chance etwa für die FPÖ, die jetzt endlich wieder das Naturschutzthema aus der „linken“ Umklammerung befreien und es in den Schoß des Patriotismus – aus dem es eigentlich stammt – zurückführen könnte. „Umweltschutz ist Heimatschutz“ ist viel älter als uns die Jutesackerl-Jünger weismachen wollten und eine Erfindung der heimattreuen Bewegungen.

Weniger Steuergeld für dubiose Quellen

Dennoch gibt es natürlich auch Dinge, über die man sich vorbehaltlos im Zusammenhang mit dem grünen Waterloo freuen kann. Und das ist vor allem das Versiegen von Steuerzahlergeld an dubiose Quellen. Ein herber Schlag etwa für Vernaderungs-Homepages wie „Stoppt die Rechten“. Doch auch hier gilt es festzuhalten: Die Menschen und Gesinnungen, die hinter der Menschenhatz auf Patrioten stehen, sind zwar aus dem Parlament geflogen, es gibt sie aber immer noch. Und wir werden auch in Zukunft weiter von ihnen hören. Wenn auch Gott sei Dank nicht mehr vom Rednerpult im Hohen Haus.

Beitragsbild: Collage: Info-DIREKT / Hintergrund Nationalrat: By Peter Binter (Fotografiert durch Peter Binter.) [CC BY-SA 2.0 de], via Wikimedia Commons / Bild Lunacek: Franz Johann Morgenbesser, via flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0) / Öllinger: Info-DIREKT

Quelle: http://info-direkt.eu/2017/10/19/gruene-fliegen-aus-dem-parlament-kein-grund-zu-feiern/

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