Ulm – Eine weitere mutmaßliche Vergewaltigung eines jungen Mädchens in Ulm erregt die Gemüter. Nachdem die 16-Jährige am vergangenen Wochenende nicht wie vereinbart nach hause gekommen war, hatte die Mutter die Polizei alarmiert. Polizeibeamte fanden die Jugendliche daraufhin auf dem Eselsberg. Die 16-Jährige berichtete den Beamten, sie sei von mehreren Männeren vergewaltigt worden.
Unter Tatverdacht stehen laut Schwäbischer Zeitung vier männliche Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. Besonders wichtig ist dem leitenden Oberstaatsanwalt Michael Bischofsberger die Mitteilung, dass es sich bei den mutmaßlichen Vergewaltigern um junge Männer handelt, die hier aufgewachsen seien, hier wohnen, hier sozialisiert sind, hier zur Schule gingen und das alle deutsch sprechen. „Es handelt sich nicht um Flüchtlinge“, betont er. Die Nationalität spiele in dem Zusammenhang keine Rolle, behauptet Bischofsberger und gibt sie aus „Gründen des Persönlichkeitsschutzes im Jugendstrafrecht“ auch nicht preis.
Die Aufklärung des Falls gestaltet sich offenbar höchst kompliziert: Es gäbe widersprüchliche Aussagen des 16-jährigen Opfers. Unklar sei auch, ob das Mädchen deutlich genug „Nein“ gesagt habe. Laut dem Oberstaatsanwalt Bischofberger müssten nach der Reform des Sexualstrafrechts 2016 mehrere Tatbestände vorliegen, damit der Straftatbestand der Vergewaltigung oder sexuellen Nötigung erfüllt ist: „So muss das Opfer seinen entgegenstehenden Willen äußern.“
Auch ob Alkohol im Spiel war und ob das Mädchen die Täter vorher bereits gekannt habe, müsse noch ermittelt werden. Kurios, denn die Hinweise auf die Tatverdächtigen waren von ihr gekommen. Die 16-Jährige habe die Männer erkannt, einige von ihnen vor der Tat gekannt und sogar mit Namen benennen können, wie Oberstaatsanwalt Christof Lehr der „Schwäbischen Zeitung“ am Freitag mitgeteilt haben soll.
Es bestehe nach derzeitigem Erkenntnisstand weder ein dringender Tatverdacht noch ein Haftgrund. „Wir sind meilenweit von einem dringenden Tatverdacht entfernt“, erklärte Oberstaatsanwalt Bischofsberger am Sonnabend.
Die Meldung der möglicherweise vergewaltigen 16-Jährigen ist nicht die einzige ihrer Art in jüngster Zeit: In Gundelfingen erstattete eine 15-Jährige Anzeige und gab an, in einer Flüchtlingsunterkunft von zwei Männern aus Somalia (20, 21) vergewaltigt worden zu sein. Die Polizei ermittelte auch hier und kam zu dem Ergebnis, daß keine Anhaltspunkte für eine Straftat vorliegen. Zu Festnahmen kam es auch in diesem Fall nicht. (BH)
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