Das Weiße Haus findet das jüngste Treffen zwischen Trump und Putin gelungen. Aber das sehen nicht nur die Demokraten, sondern auch prominente Republikaner ganz anders. Der US-Präsident erntet nicht nur Kritik, sondern auch Spott – und muss sich zurücknehmen.
Nach heftiger Kritik auch aus den eigenen republikanischen Reihen sieht sich US-Präsident Donald Trump offenbar gezwungen einen Rückzieher zu machen.
Sich mit Putin auf eine Arbeitsgruppe zur Cybersicherheit zu verständigen, das sei so, „als ob Polizisten und Bankräuber übereinkommen, eine Arbeitsgruppe über Bankraub zu bilden“, meinte beispielsweise der Topdemokrat Chuck Schumer.
Am Sonntagabend (Ortszeit) twitterte Trump nun: „Die Tatsache, dass Präsident Putin und ich eine Arbeitsgruppe zur Cybersicherheit erörtert haben, heißt nicht, dass das geschehen kann. Es kann nicht – aber eine Waffenruhe kann es, & es ist geschehen!“ Trump bezog sich dabei auf die mit Russland und Jordanien ausgehandelte Feuerpause im Südwesten Syriens, die am Sonntag in Kraft trat.
The fact that President Putin and I discussed a Cyber Security unit doesn’t mean I think it can happen. It can’t-but a ceasefire can,& did!
— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) 10. Juli 2017
Nicht nur Demokraten, sondern auch Republikaner warfen ihm am Sonntag vor, es Putin nach der angeblichen Einmischung in die US-Präsidentenwahl viel zu leicht gemacht zu haben. Der Kremlchef hatte die Vorwürfe in dem Treffen vehement zurückgewiesen, und nach russischen Angaben wurde das von Trump „akzeptiert“. Der US-Präsident hatte dieser Darstellung in seinen Tweets nicht widersprochen.
Graham nennet Trump-Putin-Treffen „katastrophal“
Der republikanische Senator Lindsey Graham nannte das Treffen zwischen Trump und Putin „katastrophal“. Trump sei auf einem Auge blind, wenn es um Putin gehe, sagte Graham dem Sender NBC News. Man könne in diesem Fall nicht einfach „vergessen und vergeben“. Zur Idee einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Cybersicherheit meinte Graham, es sei zwar nicht die dümmste, die er bisher gehört habe, „aber sie kommt nahe daran“.
Grahams Senatskollege Marco Rubio twitterte zu dem Thema, das wäre so, als würde man eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad über chemische Waffen bilden. Senator John McCain sagte dem Sender CBS News, Russland müsse für die Wahleinmischung einen „Preis zahlen“.
Zuvor hatten bereits die Topdemokraten im Kongress, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, Trumps Verhalten scharf kritisiert. So nannte Schumer Trumps Auftreten auf dem G20-Gipfel insgesamt „eine Peinlichkeit für unser Land und für unsere Ideale“. Der Tiefpunkt sei Trumps Treffen am Freitag mit Putin gewesen. Der US-Präsident habe dem Russen praktisch einen Freibrief für künftige Wahleinmischungen gegeben.
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Quelle: (dpa/so)



