Die Flüchtlingskrise 2015 ist für den Musiker Herbert Grönemeyer auch ein Glücksfall(!!!) für Deutschland gewesen. „Ich halte die Flüchtlingssituation für einen Glücksfall. Weil wir endlich wieder gefordert werden, Engagement zu zeigen“, sagte Grönemeyer in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen. (…)
Der Herr scheint mit Katrin Göring-Eckhardt dasselbe Seminar besucht zu haben. Die Frau erklärt, wir (!!!) bekämen Menschen geschenkt und der andere redet von einem „Glücksfall“ für Deutschland. Weil wir (!!!) gefordert werden. Ich bin mir nicht ganz sicher. Lebt dieser Mann nicht schon seit Jahren in England? Wieso redet er also von „wir“? Aber ganz Unrecht hat er natürlich nicht. Das deutsche Volk wird in „ganz besonderer Weise“ gefordert z.B. durch die Flüchtlingskosten und „spannende Erlebnisse“ die in der PKS nachzulesen sind. Das seltsame daran ist, dass der deutsche Michel dies ohne größeres Murren erträgt. Wenn das kein Engagement ist? Natürlich darf auch die Lobpreisung der Kanzlerin nicht fehlen.
(…) „Wie Frau Merkel in der Notsituation reagiert hat, halte ich für hoch humanistisch. Und sie hat uns darauf hingewiesen, daß wie wieder Empathie in unserem saturierten Land zeigen. Wir können Schutz bieten – das ist ein riesiger Glücksfall, eine große Leistung“, zeigte sich Grönemeyer begeistert. (…)
Herbert Grönemeyer scheint die Regierungsform in Deutschland nicht verstanden zu haben. Diese Frau ist nicht Königin sondern Kanzlerin von Deutschland. Also, an Recht und Gesetz gebunden (siehe Amtseid). Ihre „Reaktion“ mag „humanistisch“ gewesen sein. Aber vollkommen konträr zu geltendem deutschen und EU-Recht. Auch hätte zumindest das Parlament danach eingebunden werden müssen. Dies unterblieb aber einfach. Deutschland bietet so ziemlich jedem Schutz und noch viel mehr. Aber wer bietet dem deutschen Volk Schutz vor politischen Fehlentscheidungen? Viele Deutsche und auch andere Europäer wären heute noch am Leben, wäre diese „Reaktion“ schnellstmöglich korrigiert worden. Ist das nicht auch hoch humanistisch? Nun erfährt der interessierte Leser, wie es um die Geschichtsbildung von Herrn Grönemeyer bestellt ist.
(…) Besorgt äußerte sich der Sänger zudem über eine angeblich wachsende Ablehnung gegenüber Einwanderern. Es seien Polen, Türken, Griechen, Spanier und Italiener gewesen, mit denen man das Land gemeinsam aufgebaut habe. „Wir waren damals begeistert, daß die überhaupt kamen.“ Heute hingegen gebe es Rechtsradikalismus und Ablehnung. (…)
Claudia Roth lässt grüßen. Denn 1955 war das wachstumsstärkste Jahr in der Geschichte der Bundesrepublik, Stichwort Wirtschaftswunder. Bis dahin hatte kein Gastarbeiter das Land betreten. Die späteren ausländischen Arbeitskräfte setzten sich ab 1955 sozusagen ins gemachte Nest. Von der angeblichen Euphorie bzw. Begeisterung kann der Herbert nur aus Erzählungen gehört haben. Denn als im Jahre 1956 Geborener bekam er davon wohl gar nichts mit. Ach, und Deutschland verzeichnet seit Jahren starken Zuzug aus dem Ausland; so viel zum Thema Rechtsradikalismus und Ablehnung. Zum Ende philosophiert er noch über die deutsche Leitkultur und verweist auf die Einflüsse fremder Kulturen in Deutschland (siehe PKS)
Zu all dem fällt mir nur noch das ein:
(…) Von Verlegenheit überhaupt keine Spur, er ist ne wahre Frohnatur, er grinst nur. (…)
@jouwatch



