Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki hat in einem Interview mit dem ZDF die Einstellung der Ostdeutschen erklärt, die laut dem „Politbarometer“ mehrheitlich für die Lockerung der Anti-Russland-Sanktionen eintreten, und das Publikum daran erinnert, dass es ohne Russland keine Wiedervereinigung Deutschlands gegeben hätte.
Die ehemaligen DDR-Bürger seien sich über den Beitrag der Russen zur deutschen Einheit im Klaren, betonte Kubicki: Die „russischen Freunde“ hätten Schießereien und Todesopfer verhindert, indem sie unter anderem die Einmischung des Stasi-Wachregiments „Feliks E. Dzierzynski“ verhindert hätten.
Zudem habe die Frage eine „emotionale Hinwendung“: Die früheren DDR-Bürger hätten einmal sehr viele Russen kennengelernt, Beziehungen geknüpft und – anders als die Bevölkerung im Westen – auch ein Verständnis dafür, „was Deutschland eigentlich für Russland angetan hat, sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg, und dass es eine Riesenleistung war, dass die russische Armee, ohne dass irgendwas passiert ist, die ehemalige DDR verlassen hat“.
Zur Lösung der bestehenden Probleme müssten Moskau und Berlin eine gegenseitige Verständigung an den Tag legen, äußerte Kubicki.
Damit kommentierte er die jüngsten Angaben der ZDF-Sendung „Politbarometer“, denen zufolge die Mehrheit der Ostdeutschen für die Lockerung der Sanktionen gegen Russland ist. In Westdeutschland würden lediglich 30 Prozent die Lockerung der antirussischen Sanktionen befürworten.
asch/ae



