StartPolitikEuropaKurz verpasst Dämpfer bei Migrantenaufnahme: „Werden dem deutschen Weg hier nicht folgen“

Kurz verpasst Dämpfer bei Migrantenaufnahme: „Werden dem deutschen Weg hier nicht folgen“

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat am Dienstag auf die Kritik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel im Zusammenhang mit der Aufnahme von unbegleiteten Minderjährigen aus dem abgebrannten griechischen Flüchtlingslager Moria geantwortet.

Zuvor soll die CDU-Politikerin laut Medienberichten die Rolle Österreichs in der europäischen Flüchtlingspolitik als „nicht gut“ bezeichnet haben. Kurz betonte jedoch vor der Presse bei einem Kasernenbesuch in Niederösterreich, dass Wien souverän entscheide.

„Wir werden dem deutschen Weg hier nicht folgen“, zitieren örtliche Medien den Regierungschef.

Er vermutete weiter, dass „sehr viele europäische Länder diesem Weg“ nicht folgen und Flüchtlinge in großer Zahl aus Griechenland nicht aufnehmen würden.

„Wir hier in Österreich haben in den letzten Jahren eine sehr, sehr hohe Zahl an Flüchtlingen aufgenommen.“

Österreich sei EU-weit das am drittstärksten von Migrationsbewegungen betroffene Land und habe nach Schweden die meisten Kinder aufgenommen, so der ÖVP-Obmann. Es seien dadurch sehr große Herausforderungen im Integrationsbereich entstanden. Es sei wichtig, „zunächst diejenigen zu integrieren, als ständig neue aufzunehmen“.

Flüchtlingscamp auf Lesbos

Das heillos überfüllte Lager Moria auf der Insel Lesbos war in der vergangenen Woche bei mehreren zeitgleichen Bränden zerstört worden. Über 12.500 Flüchtlinge und Migranten wurden wegen des Feuers vertrieben, einige in einem neu errichteten Ersatz-Zeltlager untergebracht.

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer verständigten sich darauf, rund 1500 weitere Migranten von den griechischen Inseln aufzunehmen. Es geht dabei um Familien mit Kindern, die in Griechenland bereits als schutzbedürftig anerkannt wurden.

Seehofer hatte am Freitag mitgeteilt, Deutschland werde von insgesamt 400 unbegleiteten Minderjährigen, die aus Griechenland in andere europäische Länder gebracht werden sollen, 100 bis 150 Jugendliche aufnehmen.

mo/mt

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