Eine weihnachtliche Botschaft auf einem Geschäft in sächsischen Schneeberg hat für Aufruhr gesorgt und sogar die Polizei beschäftigt.
Im Schneeberger Markt hat der Inhaber eines leerstehenden Geschäfts seine nackten Schaufensterpuppen mit mehreren Schildern versehen. Darauf wünscht er unter anderem: „Allen deutschen Familien ein ruhiges und friedliches Weihnachtsfest.“ Das „deutschen“ hat er unterstrichen.
Wie Fotos zeigen, hat zudem eine der Puppen ihren rechten Arm schräg nach oben gestreckt. Wie genau der Ladenbesitzer das meint, lässt sich wohl nur erahnen.
„Die Beamten des Auer Polizeireviers sind am Sonntag diesem Hinweis nachgegangen“, sagte Polizeisprecher Andrzej Rydzik gegenüber der „Bild“-Zeitung. Einen erhobenen rechten Arm bei einer Puppe konnten die Polizisten allerdings nicht feststellen. Trotzdem wurden das Schaufenster und die Schilder fotografiert. „Es erfolgt nun eine Überprüfung, ob ein Vergehen nach Paragraf 86 des Strafgesetzbuches vorliegt“, erklärte der Polizeisprecher.
Der Ladenbesitzer erklärte seinerseits gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Ich kann doch allen deutschen Landsleuten schöne Weihnachten wünschen, weiß doch nicht, ob die anderen überhaupt Weihnachten feiern.“ Dann soll er Anti-Rassismus-Aufkleber an seinem Schaufenster abgekratzt haben.
Schneebergs Bürgermeister Ingo Seifert sieht die Situation anders als der Ladenbesitzer. Er macht klar: „Wir sind eine weltoffene Stadt und distanzieren uns von derartigen Äußerungen. Leider haben wir momentan keine rechtliche Handhabe, die Schilder entfernen zu lassen.“ Der Ladenbesitzer sei in der Stadt bekannt für derartige Provokationen.
Erst in der vergangenen Woche hatte ein Zettel in Dresden Empörung hervorgerufen. Ein Busfahrer hatte an die Tür seines gelben Busses einen Zettel geklebt, auf dem in Frakturschrift zu lesen war: „Diesen Bus steuert ein Deutscher Fahrer“
Eine Stellungnahme folgte prompt. Der DVB-Sprecher, Falk Lösch, bezeichnete das Verhalten als „absolut inakzeptabel“ und stellte klar: „Wir sind weltoffen.“
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