Hunderte Leipziger haben laut Medienberichten in der Nacht auf Mittwoch versucht, eine geplante Abschiebung zu verhindern. Dabei sei die Situation schnell außer Kontrolle geraten. Die Einsatzkräfte wurden gewaltsam angegangen: Es flogen Steine und Bierflaschen auf sie. Die Beamten reagierten mit „unmittelbarem Zwang”.
Der Protest startete Polizeiangaben zufolge am Dienstagabend im östlich gelegenen Stadtteil Volkmarsdorf. Dort sollen sich etwa 30 Menschen versammelt haben, um die Abschiebung zu verhindern. Dies habe den Einsatz blockiert. Daraufhin sei eine Spontandemo mit rund 500 Teilnehmern angemeldet worden.
0132 Uhr ü300 Menschen blockieren im #Leipzig|er Osten #Abschiebung. Asylsuchender gewaltsam von @PolizeiSachsen aus Wohnung entfernt & in Auto in Gewahrsam genommen worden. Viertel blockiert Polizei, diese hat betreffende Person allerdings schon fortgebracht #le0907 #platznehmen pic.twitter.com/7UkBOwQAe7
— Marco Böhme (@BoehmeMarco) July 9, 2019
Um 1:30 Uhr war die Versammlung laut Polizei offiziell beendet. Die Lage spitzte sich danach zu. Einsatzkräfte seien mit Bierflaschen und Steinen „attackiert“ worden, die Polizei habe Pfefferspray eingesetzt.
Tonight in #Leipzig, Germany neighbors are mobilizing against an attempted police deportation, taking over the streets, building barricades and blocking the police vehicles from departing. Police responding with pepper spray and aggression. The whole world is watching#le0907 pic.twitter.com/2UY53GpCht
— Vitalist International (@VitalistInt) July 10, 2019
Grünen-Politiker Jürgen Kasek war nach eigenen Angaben bei der Demonstration dabei und schilderte auf Twitter:
„Situation eskaliert völlig, Flaschen fliegen durch die Luft. Tränengas in der Luft.“
Ca 0150 Situation eskaliert völlig, Flaschen fliegen durch die Luft. Tränengas in der Luft #le0907
— Jürgen Kasek (@JKasek) July 10, 2019
Wie die Polizei mitteilte, wurde der abzuschiebende Mann dann weggebracht, er befinde sich „nicht mehr vor Ort“.
Nach Informationen der „Leipziger Volkszeitung“ handelt es sich um einen kurdischen Syrer, der über Spanien eingereist sein soll.
jeg/ae



