Nico Schmidt, in unseren Kreisen bekannt als der „notorische Nico mit der Rechtsobsession“, ist freier Autor bei der ZEIT und schreibt auch für den „Tagesspiegel“. Studiert hat er Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Und zwar mindestens fünf Minuten lang. Von 2016 bis 2017 besuchte er die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Möglicherweise vom 30.12. bis zum 02.01. Er recherchiert und schreibt über Armut, Neue Rechte, innere Sicherheit und politische Kultur. Daß er schreibt, läßt sich nicht bestreiten. Jetzt hat er beim „Tagesspiegel“ wieder einen seiner recherchierten Schenkelklopfer rausgehauen.
Unter dem Foto einer Glasscheibe, hinter der verschwommen das Facebook- und das Twitter-Logo zu erkennen sind, heißt es buchstabengetreu: „In ganz Europa beherrschen Rechtspolulisten die Debatten auf Facebook und Twitter.“ – Hilfe, Poluzei! Polulisten aus Honolulu beherrschen die Deballus! Nico, ein bißchen mehr Sorgfalt, wenn ich bitten darf. Die Polulisten muß man Populisten nennen. Sonst weiß ja niemand, weswegen er sich in die Hosen pullern soll.
Aber dann legt der Nico kulturwissenschaftlich los, daß die Heide wackelt. „Auf Twitter, Facebook und Co.: Keine Partei wird häufiger erwähnt als die AfD. In anderen Ländern ist das Bild ähnlich: Rechtspopulisten dominieren.“ Wahrscheinlich ist das eine schwierige Recherche gewesen. Sehr viel leichter hätte es sich der Nico machen können, wenn er untersucht hätte, wer in den Mainstream-Medien dominiert. Gut, daß ich das schon einmal für ihn erledigt habe, weswegen ich die Antwort auch gleich hier hinschreiben kann.
Also Nico, paß´auf: Es ist so, daß es in den sozialen Netzwerken keine Chefredakteure gibt. Deswegen gibt es dort trotz aller linken Bemühungen, den bösen „Polulisten“ per NetzDG und Uploadfiltern den Mund zu verbieten, noch immer Volkes Stimme zu vernehmen. Das ist auch gut so, weil das Volk – lat. „populus“ – in der Demokratie den Souverän stellt. Daß das den „unpolulären“ Linken nicht gefällt, ist deren Problem. Die sozialen Netzwerke stehen ihnen genauso offen, wie den bösen Populisten. Das Problem scheint mir zu sein, daß die Linken in den sozialen Netzwerken den Widerspruch aus dem Volk zu hören bekämen, den sie sich durch Schließung und „Moderation“ der Kommentarbereiche in den Mainstream-Medien noch als inexistent einreden können.
Prinzipiell liegt es aber nicht an der Funktionsweise der sozialen Medien, daß die Linken dort unterrepräsentiert sind. Sie bieten dem Linken nur nicht in dem Maße den zensorisch abgeschirmten Wohlfühlbereich, den ihm eine linke Redaktion bieten kann. Und weil der Linke weiß, daß er den Realitätstest nie und nimmer besteht, überläßt er – und man muß sagen „feigerweise“ – die sozialen Netzwerke den Populisten. Ein Gesetz, daß das so vorgeschrieben hätte, gibt es nirgends. Wenn du Nico also darüber jammerst, daß es eine rechtspopulistische Diskurshoheit in den sozialen Netzwerken gibt, dann bist du genau die Memme, für die dich meinereiner schon immer gehalten hat.
Was braucht aber ein Nico, damit er möglichst als objektiver Informant rüberkommt? – Eine Studie, auf die er sich berufen kann. Umfragen und Experten gehen aber auch. Hier behilft sich der Nico aber mit einer Studie. Der Nico schreibt: Aus der Studie geht hervor, dass innerhalb des politischen Diskurses in Deutschland die AfD so häufig wie keine andere Partei erwähnt wird. Sie führt mit 32 Prozent aller Bezugnahmen auf Parteien deutlich vor der CDU mit 23 Prozent, der SPD mit 22 Prozent und den Grünen mit sieben Prozent. Die Zahlen zeigen zwar lediglich an, ob eine Partei erwähnt wurde, nicht ob der Absender mit deren Inhalten übereinstimmte oder diesen widersprach. Doch das Ergebnis ist deutlich. ( … ) Die Studie wurde unter anderem finanziert von der Mozilla-Stiftung, der Luminate-Gruppe sowie den Open Society Foundations.
Das stelle man sich einmal vor. So stark dominiert die Nennung der AfD den politischen Diskurs in den sozialen Netzwerken. Das spiegelt glatt ihre weitgehende Absenz in den Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen. Dort ist die AfD wirklich krass unterrepräsentiert. Es spiegelt auch die völlige Absenz solcher interessanten Themen wie „Heimatliebe“, „Sprach- und Dialektpflege“, „Deutsche Wissenschaftler & Erfinder“, „Großartiges aus Deutschland“, „Berechtigte EU-Kritik“, „Fremdländische Messerstecher“, „Gefährlicher Islam“, „Die Vereinten kommunistischen Nationen“, „Verdammungswürdiger Kulturmarxismus“ und dergleichen mehr in den Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen sowie den Rubriken von ZEIT und „Tagesspiegel“.
Da habe ich recht, Nico, oder? Und wenn ich behaupte, dir stinkt, daß das in den sozialen Netzwerken Themen sind, dann habe ich schon wieder recht, stimmt´s? Und nochmal recht habe ich mit meiner Behauptung, daß du am liebsten bestimmen würdest, worüber sich die Leute in den sozialen Netzwerken unterhalten sollen. Und wenn ich schon drei Mal recht habe, dann auch noch ein viertes Mal: Du wärst gern ein elender Meinungsdiktator. Und weil du das nicht zugeben willst, erfindest du eine „Gefahr für alle“, die darin bestehen soll, daß sich Volk ohne deine Aufsicht über die Themen unterhält, die es bewegen, obwohl deinesgleichen schon rührig dabei ist, sich per Zensur auch in den sozialen Medien noch die Diskurshoheit zu sichern.
Es ist aber so, Nico: Du befindest dich in Deutschland momentan quasi auf der „Insel der Spätentwickler“. Rund um Deutschland zerbröseln die ehemaligen medialen Machtbereiche von dir und deinesgleichen. In Frankreich tobt ein Krieg des Macron-Regimes gegen die Gelbwesten. Einer der führenden Gelbwestler erklärte kürzlich, die Infos, mit denen wir in Deutschland durch dich und deinesgleichen gefüttert werden, seien insofern falsch, als daß es mitnichten noch um Spritpreise, Mieten und Steuern ginge, sondern ganz allgemein darum, daß das französische Volk mitreden will. Es will jederzeit Referenden (RIC) durchführen können, um für falsch gehaltene Entscheidungen seiner „Vertreter“ korrigieren zu können. Du und deinesgleichen haben es auch nicht für nötig befunden, den deutschen Mainstream-Medienkonsumenten über den Zündstoff zu unterrichten, mit dem Christophe Guilluys im November erschienener Bestseller „No Society“ die französischen Debatten füllt. Michel Houellebecqs neuer Roman „Serotonine“ wird im deutschen Feuilleton so gut wie totgeschwiegen, seit er sich dezidiert politisch gegen die EU äußert. Keine begeisterten Jubelarien mehr wie damals noch, als er mit „Elementarteilchen“ herauskam.
Orbán, Salvini, Trump und Putin – alles nur üble Despoten und Antidemokraten, wenn man der Desinformation aus den Federn von dir und deinesgleichen Glauben schenken würde, was aber immer weniger Intelligente tun. Deine Zeit, Nico Schmidt, fängt bereits in vergleichsweise jungen Jahren an, abzulaufen. Und je länger du dich an dem Schmierentheater bei SPIEGEL, ZEIT und „Tagesspiegel“ beteiligst, umso schmerzhafter wird der Aha-Effekt werden. Du wirst als verzweifelter Alkoholiker auf der Polizeiinspektion Idar Oberstein-Süd enden und dort Unfallberichte tippen.
Der absolute Abschuß aber ist die „Live-Abstimmung“ beim „Tagesspiegel“ unterhalb des Schmierenstücks, das du da gehorsamst wieder abgeliefert hast. Abgestimmt werden soll zu der Frage, ob „rechter Populismus zur einer Gefahr für die EU“ wird. Der Zeiger steht auf „zwölf Uhr“. Der Leser kann ihn in die eine Richtung verschieben bis auf „sieben Uhr“ für die Antwortmöglichkeit: „Ja, der Aufschwung rechter Parteien ist noch nicht gebannt“ (Im allgemeinen spricht man von einer Gefahr, die „gebannt“ wird). Die andere Antwortmöglichkeit befindet sich bei „fünf Uhr“: „Nein, das ist lediglich eine vorübergehende Phase.“ – Das ist ungefähr so, als würde man danach fragen, ob der Sieger eines Zweierrennens als „Erster“ bezeichnet werden soll, oder als „Vorletzter“. Du, Nico, der Stöcker, der Gensing, der Fuchs, der di Lorenzo, der Kohlhuber, der Lobo und wie die ganze inzestuöse Schreiberlingsblase rund um den SPIEGEL- & ZEIT-Stall heißt, – ihr alle werdet euch in nicht allzu ferner Zukunft in einem Albtraum wähnen angesichts der Welle aus geballtem Hass und Verachtung, die euch Lügen- und Manipulationsteufeln entgegenbranden wird. Ich wollte es nur schon einmal seherisch vorausgesagt haben, um mich hernach im Glanze meiner Prophezeiung zu sonnen. Ich pöhser „Polulist“ aber auch …
@jouwatch



