Köln – Mehrere Dutzend Linksextremisten haben am Donnerstag nach einer nicht angemeldeten Versammlung in Köln das Stadthaus Deutz gestürmt. Es kam zu Ausschreitungen. Die Stadt Köln stellte Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung.
Im Foyer des Gebäudes hielten nach Angaben der Polizei mehrere Dutzend Anhänger des „Autonomen Zentrums“ und der „Bauwagen-Szene“ eine nicht angemeldete Versammlung ab. Hierbei drangen mehrere Personen in die Büroetagen ein, beschmierten die Wände mit Parolen und schmissen Aktenordner aus den Fenstern. Im Arbeitsbereich eines Dezernenten verstreuten Vermummte den Angaben zufolge Speisestärke. Mitarbeiter berichteten von Diebstählen.
Ein Teil der – von RP-Online als „Linksautonome“ bezeichneten – Eindringlinge stieg auf das Dach des 16stöckigen Gebäudes. Dort wurde ein großes Banner entrollt und Pyrotechnik entzündet.
Die Polizei stellte die Personalien von 64 Personen fest, zwei Teilnehmer wurden ins Polizeipräsidium gebracht. Die „Aktion“ startete gegen 13 Uhr und beschäftigte die Beamten rund sieben Stunden.
#PolizeiNRW #Köln #Leverkusen : Aktueller Einsatz der Polizei Köln am #Stadthaus #Deutz. Hundertschaftsbeamte haben das Stadthaus begangen und sechs Aktivisten aus dem Gebäude geführt. Wir stellen jetzt von allen noch anwesenden Versammlungsteilnehmern die Personalien fest. pic.twitter.com/Jqclv5r5hR
— Polizei NRW K (@polizei_nrw_k) 31. Januar 2019
Die „Bauwagen-Szene“ entwickelte sich Mitte der 1980er Jahre aus der linken-bis linksextremistischen Hausbesetzerszene heraus. In Köln gab es bis 2017 drei dieser Bauwagen-Siedlungen – in den Stadtteilen Deutz, Ehrenfeld und im Agnesviertel. Dort leben die Bewohner meist in Fahrzeugen und Bauwagen. Als die Stadt 2017 illegale Plätze auflösen wollte, kam es zu massiver Gegenwehr, da die „Bauwagen-Szene“ für sich und ihre „alternativen Lebensformen“ geeignete Freiflächen einfordert. (SB)
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