StartZARONEWS PresseAgenturMalta schließt Hafen für deutsches Rettungsschiff „Alan Kurdi”

Malta schließt Hafen für deutsches Rettungsschiff „Alan Kurdi”

Maltesische Behörden haben dem Rettungsschiff „Alan Kurdi” mit Dutzenden Migranten an Bord untersagt, im Hafen der Insel anzulegen.

„Sie verfügen nicht über die Erlaubnis, in maltesische Hoheitsgewässer einzudringen”, sagte ein Armeesprecher im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Das Schiff der Organisation Sea-Eye hatte nach eigenen Angaben 65 Migranten in internationalen Gewässern vor Libyen von einem Schlauchboot gerettet.

Die Organisation hat die Hoffnung jedoch nicht verloren:

„Wir sind sicher, dass Malta uns einen sicheren Hafen bieten wird, sobald Deutschland und andere EU-Staaten anbieten, die Menschen aufzunehmen. Wir erwarten, dass Malta damit nicht allein gelassen wird”, sagte Sea-Eye-Sprecherin Carlotta Weibl dpa am Sonntag.

Wenn die Todesfälle im Mittelmeer aufhören sollen, dann dürfen Rettungsschiffe nicht wochenlang vor den Inseln liegen bleiben, sagte sie weiter. Es gebe keine medizinischen Notfälle an Bord. Die Menschen seien aber geschwächt, fügte Weibl hinzu.

Lange Suche nach sicherem Hafen

Das Schiff nahm Kurs auf Malta, nachdem seine Bitte um Zuweisung eines sicheren Hafens auf der italienischen Insel Lampedusa bis zum Vormittag ohne Antwort geblieben war. Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte zuvor verkündet, dass die Häfen seines Landes für Rettungsschiffe mit Migranten an Bord dicht bleiben würden. Trotzdem erhielten die Menschen an Bord des italienischen Rettungsschiffes „Alex” die Erlaubnis, in Lampedusa an Land zu gehen. Die Entscheidung war von der Finanzpolizei, die dem Wirtschaftsministerium und nicht Salvinis Innenministerium untersteht, zu Ermittlungszwecken getroffen worden.

msch/ae/dpa

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