Bundeskanzlerin Angela Merkel legte bei ihrer Rede an der US-Eliteuniversität Harvard ihre Sichtweise auf verschiedene Bereiche der internationalen Politik dar und übte dabei auch heftige Kritik an US-Präsident Donald Trump. Das Publikum feierte sie dafür. Die „Neue Zürcher Zeitung“ nennt Merkel gar die „Meisterin der indirekten Herablassung“.
Als Merkel am Donnerstag die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in ihrer Rede ansprach, kritisierte sie indirekt auch Donald Trump. Dafür gab es stehende Ovationen.
Die „Neue Zürcher Zeitung“ kommentierte am Samstag Merkels in Harvard gehaltene Rede und verwies darauf, dass die Bundeskanzlerin davor warnte, „Lügen als Wahrheiten zu bezeichnen, Stichwort Fake-News. Jedes Mal, wenn Merkel Trump angriff, ohne seinen Namen in den Mund zu nehmen, gab es Applaus und Gelächter“.
Die schweizerische Zeitung betont zugleich, dass „ihre subtilen Attacken“ zwar bei einigen „linken Amerikanern Beifall auslösen“ könnten, bei Trump selbst und bei der Mehrheit, die ihn ins Amt gewählt hat, jedoch das Gegenteil der Fall sein dürfte.
„Es wäre nicht das erste Mal, dass Merkel, dieser Meisterin der indirekten Herablassung, so etwas passiert“, schreibt das Blatt.
Zugleich wird zugegeben, dass Europa während ihrer Kanzlerschaft auseinandergedriftet sei – ebenso wie die deutsche Gesellschaft.



