StartPolitikEuropaMigranten-Teenager hält Lehrerin Waffe an den Kopf

Migranten-Teenager hält Lehrerin Waffe an den Kopf

Entsetzen in Frankreich. Vergangene Woche macht ein Video in den sozialen Netzwerken die Runde, auf dem ein Schüler zu sehen ist, der mit einer Waffe auf seine Lehrerin zielt. Andere Schüler lachen im Hintergrund. Die Lehrerin scheint angesichts der täuschend echten „Fake“-Waffe, die im Abstand von wenigen Zentimetern auf ihren Kopf gerichtet ist, nicht besonders beeindruckt. Präsident Macron nennt den Vorfall „inakzeptabel“. Immer mehr Lehrer trauen sich nun aus der Deckung und berichten von der täglichen Gewalt, der sie hilflos ausgesetzt sind.
Der Vorfall soll sich am vergangenen Donnerstag in dem südöstlich von Paris gelegenen Migranten-Vorort Créteil abgespielt haben. Der 15-Jährige sei verärgert darüber gewesen, dass er auf der Anwesenheitsliste nicht eingetragen war. „Du hast mich als abwesend eingetragen. Trag mich als anwesend an“, habe der 15 jährige lautstark von seiner Lehrerin gefordert, berichtet The Local. 
Auf dem Video hört man Mitschüler kichern, einer tritt hinter die Lehrerin, zeigt den Stinkefinger. Bei der Waffe habe es sich „nur“ um eine Softair Pistole gehandelt, heißt es wenig später.
„Alles nur Spaß“, beteuert auch der 15-Jährige. Er habe gar nicht mitbekommen, dass er gefilmt wurde, gibt der Waffenträger an, der sich nach Veröffentlichung des Videos in Begleitung seines Vaters bei der Polizei stellt. Der Staatsanwalt habe gegen den Teenager wegen „schwerer Gewalt“ Anklage erhoben. Er sei vernommen und wieder laufen gelassen worden, so The Local. Nach Aussagen der Staatsanwaltschaft könnte ihm eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren drohen. Der Anwalt der Lehrerin erklärte, sie habe unter Schock gestanden und versucht, ruhig zu reagieren. Sie habe in dem Moment nicht gewusst, dass die Waffe nicht echt gewesen sei und soll inzwischen Anzeige erstattet haben.
Durch diesen Vorfall ist die Gewalt durch Migrantenschüler in den Banlieues der französischen Großstädte das Top-Thema in Frankreich. Unter dem hashtag #PasDeVague (bloß keine Aufregung) melden sich immer mehr Lehrer zu Wort und berichten von ihren persönlichen Horror-Erlebnissen. Innerhalb weniger Tage habe es laut Welt mehr als  50.000 Tweets zu dem Thema gegeben.

„Ich hätte mir mehr Unterstützung gewünscht, als mich ein Schüler im Gang meiner Schule geschlagen hat. Aber er bekam nicht einmal einen Schulverweis. Der einzige Rat meiner Schulleitung: Ich möge mir das nicht so zu Herzen nehmen“, berichtet ein Lehrer laut Welt. „Vor acht Jahren hat mich ein Schüler beleidigt und mit der Faust bedroht. Ich habe die Klasse zitternd verlassen und bin zur Direktorin gegangen. Ihre Antwort: Ich sei nicht autoritär genug. Ich habe meine Tränen runtergeschluckt und bin zurück in die Klasse gegangen,“ berichtet eine andere Lehrerin. In den sozialen Netzwerken klagen die Lehrer über den Verlust der Autorität und eine allgemeine Atmosphäre der Gewalt. In ihren schockierenden Tweets berichten sie von Demütigungen, groben Beleidigungen, höhnischer Respektlosigkeit, unangebrachten Gesten und  körperlicher Gewalt, die von Schülern und auch von deren Eltern ausgeht, wenn sie mit der Behandlung ihres Nachwuchses oder den gegebenen Noten unzufrieden sind.

Empörung herrscht vor allem über das jahrelange Verschweigen des Problems. Unterstützung von Vorgesetzten können sie kaum erwarten, denn offensichtlich vermieden Schuldirektoren solche Fälle vor die Schulkommission zu bringen. Ein Grund dafür soll sein, dass die Qualität von Schulen auch nach der Zahl solcher Kommissionen beurteilt wird – politische Korrektheit und Angst vor der Rassismus-Keule scheinen um einiges wahrscheinlicher.

Auch in Deutschland ist Gewalt gegen Lehrer kein Einzelfall mehr. Laut einer Umfrage vom Mai unter 1200 Schulleitungen sei es in den vergangenen fünf Jahren an jeder zweiten Schule zu psychischen Attacken gegen Lehrer gekommen. Sie wurden beschimpft, bedroht, beleidigt, belästigt, am häufigsten an Haupt-, Real- und Gesamtschulen, berichtet SZ.  Bei einer Umfrage unter Lehrern vor zwei Jahren kam heraus, dass hochgerechnet rund 45 000 Lehrer in Deutschland schon einmal körperlich angegriffen worden sind.

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