Im Fall der tödlichen Messerattacke in Chemnitz drohen einem Staatsanwalt und einem Haftrichter strafrechtliche Ermittlungen. Nicht etwa von Angehörigen des Opfers. Sondern: Der Iraker, der festgenommen und mangels Beweisen wieder freigelassen werden musste, hat Anzeige erstattet.
Im August des vergangenen Jahres wurde der Deutschkubaner Daniel H. mit fünf Messerstichen getötet. Festgenommen wurden damals ein Syrer und der Iraker Yousif A. Der zunächst als mutmaßlicher Täter inhaftierte und später wegen mangels Beweisen freigelassene A. hat nun Strafanzeige gegen den Staatsanwalt und Haftrichter wegen des Verdachts der Rechtsbeugung und Freiheitsberaubung erstattet, berichtet der Spiegel. Der Anwalt des Irakers macht geltend, dass die Beschuldigten mit der Inhaftierung „einen schnellen Aufklärungserfolg vortäuschen“ wollten, „um die aufgebrachte Öffentlichkeit zu beruhigen“ und Ausschreitungen von Rechtsextremisten einzudämmen. (SB)
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