Der in Russland entwickelte Coronavirus-Impfstoff „Sputnik V“ soll in Österreich erst dann zum Einsatz kommen, wenn er von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen wird. Dies berichten Medien am Montag unter Verweis auf die Regierung.Der Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein bezeichnete demzufolge nach seiner Angelobung das Vakzin als „gut“. Eine EMA-Zulassung als Voraussetzung sei ihm aber „wichtig“. Ohnehin könne man durch die schnellere Biontech-Pfizer-Lieferung bis zum Sommer jeden impfen.
Die Regierung ist sich einig, eine Million Dosen des russischen Impfstoffs anzukaufen, teilte der Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag laut Medien mit. Auch das Kanzleramt betonte dabei, der Einsatz sei mit EMA-Zulassung geplant.„Sputnik V“ sei schon in mehr als 50 Ländern zugelassen. Man hoffe daher auf eine rasche Zulassung durch die EMA, hieß es aus Wien. Denn jeder zusätzliche Impfstoff helfe, Leben zu retten, Arbeitsplätze zu sichern und schneller zur Normalität zurückzukehren.
Alternativ zur EMA-Zulassung war in den vergangenen Wochen auch eine nationale Notfallzulassung überlegt worden. Ein entsprechendes Vorgehen hat etwa Ungarn gewählt.Mit „Sputnik V“ hatte das russische Gesundheitsministerium im August 2020 den weltweit ersten Impfstoff gegen Covid-19 registriert. Das Vakzin wurde vom Gamaleja-Forschungsinstitut für Epidemiologie und Mikrobiologie des russischen Gesundheitsministeriums mit Unterstützung des Russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF) entwickelt.Die medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte Anfang Februar die Zwischenanalyse der Ergebnisse der klinischen Phase-III-Studien des Impfstoffs „Sputnik V“, die ihm eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent und Sicherheit bescheinigen.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit den Antrag auf Zulassung von „Sputnik V“ in der EU. Im April werden Experten der EMA in Russland zur Begutachtung der Produktion und Lagerung des Impfstoffs erwartet.



