StartPolitikEuropaPapst verurteilt „Gier nach Klatsch und Tratsch“ in sozialen Medien

Papst verurteilt „Gier nach Klatsch und Tratsch“ in sozialen Medien

Papst Franziskus hat die „Gier nach Klatsch und Tratsch“ und konstruierte Geschichten in sozialen Medien verurteilt. Dort werde den Menschen nahe gelegt, dass sie immer mehr besitzen und erreichen müssten, kritisierte der 83-Jährige.

Indem man ungeprüfte Informationen zusammentrage, banales und manipulatives Gerede wiederhole, Hasstiraden auf die anderen entlade, webe man nicht die Geschichte der Menschen, sondern beraube sie ihrer Würde, erklärte der Pontifex am Freitag zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel.

„In einem Zeitalter, in dem die Kunst der Fälschung immer raffinierter wird und ein unglaubliches Niveau erreicht hat (…), brauchen wir Weisheit, um schöne, wahre und gute Geschichten aufzunehmen und hervorzubringen. Wir brauchen Mut, um die falschen und bösartigen Geschichten zurückzuweisen.“

Auf den heutigen „Webstühlen der Kommunikation“ würden keine Geschichten produziert, die die sozialen Bande zusammenhalten, sagte das Katholiken-Oberhaupt, „sondern destruktive und provokative Geschichten, die die zerbrechlichen Fäden des Zusammenlebens abnutzen und zerreißen“.

Instrumentalisierung von Storytelling

Den Menschen werde nahe gelegt, dass sie immer mehr besitzen und erreichen müssten. Das „flüstern uns auch heute noch jene zu, die das sogenannte Storytelling instrumentalisieren“.

„Wie viele Geschichten betäuben uns, machen uns glauben, dass wir, um glücklich zu sein, immer mehr besitzen, immer mehr konsumieren müssen. Wir merken schon gar nicht mehr, wie sehr wir nach Klatsch und Tratsch gieren, wie viel Gewalt und Falschheit wir konsumieren.“

Im Jahr 2016 hat es nach Angaben des Statistikportals Statista 2,28 Milliarden Nutzer von sozialen Netzwerken weltweit gegeben. Laut Prognose soll die Zahl der Social-Media-Nutzer im Jahr 2021 auf mehr als drei Milliarden steigen.

leo/ae/dpa

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