Nach der Veröffentlichung einer antisemitischen Karikatur läuft es für die New York Time weiterhin alles andere als rund. Die nächste Empörungswelle folgte, als ein Autor in der NYT behauptete, Jesus sei ein Palästinenser gewesen. Fehlende Geschichtskenntnisse gepaart mit linker Israelkritik – das kann nicht gut gehen.
In dem New York Times op-ed Artikel mit dem Titel „Als schwarzes Kind in Los Angeles konnte ich nie verstehen, warum Jesus blaue Augen hat“ machte sich Autor Eric V. Copage kurz vor Ostern so seine eigenen Gedanken zum Thema und kam zu dem Schluss, „Jesus, geboren in Bethlehem“, sei „höchstwahrscheinlich ein Palästinenser mit dunkler Hautfarbe“ gewesen. Eine Falsch-Behauptung, die die muslimische Kongressabgeordnete der Demokraten Ilhan Omar – die gerade wegen ihrer 9/11 Äußerung schwer unter Druck geraten war – mehr als dankbar aufgriff und auf Twitter weiterverbreitete.
Der Entrüstungssturm blieb laut breakingIsraelnews (bIn) nicht aus, viele Christen als auch Juden ärgerten sich über den ins Spiel gebrachten Palästinenser-Begriff. Die NYT ruderte – eine Woche später -mit einer halbherzigen Entschuldigung und einer berichtigten Artikelfassung zurück und machte die Sache nicht gerade besser. In der neuen Fassung lebte Jesus „in einem Gebiet, das später als Palästina bekannt wurde, sei „ein Jude geboren in Bethlehem“ gewesen und habe – wichtig – „vermutlich den Teint eines Mannes aus dem Nahen Osten“. Das sei schlechter Journalismus, findet BreakingIsraelnews, der sich allgemein in den Medien breitmachen würde.
Immer noch werde der Fakt ignoriert, dass die Region zu Lebzeiten von Jesus Judäa hieß und heute noch zum Staat Israel gehört. „Zu keiner Zeit in der Geschichte hat es eine unabhängige politische Einheit gegeben, die als Palästina bekannt ist“, klärt bIn auf.
Auch der amerikanische Schriftsteller Noah Pollack, der sich auf das Thema Israel spezialisiert hat, gibt der NYT ein wenig Nachhilfeunterricht:“ Die Lüge, dass die Palästinenser die Ureinwohner Israels seien, ist verbreiteter als ich dachte. Geschichtsunterricht für NYT Autoren: Palästinenser sind Araber. Die Araber haben die Gegend 700 Jahre nach der Kreuzigung erobert. Jesus war kein Araber“, zitieren mehrere Quellen seinen Twitter-Eintrag.
Die Falschaussage “Jesus war ein Palästinenser” hält sich seit mehr als einem Jahrzehnt hartnäckig und wird nun von linken Israel-Gegnern und Autoren in der NYT bereitwillig verbreitet. Yasser Arafat’s PR-Frau Hannan Ashrawi soll die erste gewesen sein, die die Lüge vom „Palästinenser-Jesus“ in einem Interview mit der Washington Jewish Week am 22. Februar 2001 in Umlauf brachte. Seitdem wird kräftig an der PLO-Legende weitergesponnen: „Jedes Weihachten, feiert Palästina die Geburt einer der ihren, Jesus Christus“, verkündete laut The Times of Israel die PLO Weihnachten 2013.
Die Aufregung rund um die judenfeindliche Haltung der einst renommierten New York Times ist jedenfalls groß. Erst vor kurzem geriet sie wegen der Veröffentlichung einer antisemitischen Karikatur, auf der der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu als Hund von Donald Trump Gassi geführt wird, in die Kritik (jouwatch berichtete).
Diese Kritik scheint an der New York Times abzuprallen – Entschuldigungen und Erklärungen ihrerseits in die Kategorie „Heuchelei“ zu gehören. Geradezu besessen vom israelischen Premier Netanyahu veröffentlichte die NYT vor wenigen Tagen offenbar ungerührt eine weitere antisemitische Netanyahu-Karikatur. (MS)

@jouwatch



