StartZARONEWS PresseAgenturPreisfrage: Wieviele Kanzlerkandidaten gibt es in der SPD?

Preisfrage: Wieviele Kanzlerkandidaten gibt es in der SPD?

In der Partei der sozialen und aller anderer Gerechtigkeiten herrscht ein gewisser Mangel an Verantwortungsbereitschaft. Nur zwei Kanzlerkandidaten gibt es, obwohl die Partei in Umfragen doch immerhin auf Werte zwischen 14 und 16 Prozent kommt, was nach mehr Kanzlerkandidaten förmlich schreit. Das Handelsblatt meckert auch schon.

Nach Olaf Scholz, seines Zeichens Finanzminister mit einem 25 Milliarden-Loch im Haushalt, hat nun auch Andrea Nahles Ambitionen auf das Kanzleramt kundgetan. Sie berief sich dabei nicht auf das Zugriffsrecht der Parteivorsitzenden, welches es aus irgendwelchen Gründen zu geben scheint, die kein Mensch kennt, sondern auf ihre Kompetenz. Das macht die Sache nicht gerade einleuchtender. Bei Scholz läßt sich wenigstens noch anführen, daß die nächste Beförderungsstufe nach Vizekanzler eben Kanzler ist. Degradierung scheint in der Vorstellungswelt der Sozen nicht zu existieren. Jedenfalls wurde noch nie ein Vizekanzler zum Ortsvereinsvorsitzenden.

Das Handelsblatt meint, daß die Kandidatur von Andrea Nahles mehr eine Trotzreaktion ist, weil die intriganten Niedersachsen um Altkanzler Schröder, Sigmar „Pack“ Gabriel und Boris Pistolius sie „sturmreif schießen“ wollten.

Im spezialdemokratischen Intrigantenstadl rechnet man aber ohnehin damit, daß Andrea Nahles Geschichte sein wird, wenn die Europawahl schief läuft. Das „wenn“ ist dabei ein sicheres Zeichen für galoppierenden Realitätsverlust, weil so gut wie sicher ist, daß die Europawahl für die Sozen das nächste Waterloo werden wird. Andererseits könnte es auch bedeuten, daß ein gewisser Realitätssinn noch vorhanden ist, weil sonst Olaf Scholz nicht schon zu Beginn des Jahres blitzkriegartig seine Absichten erklärt hätte. Offenbar wollte er sich als Kanzlerkandidat schon einmal ins Gespräch gebracht haben, ehe Nahles geteert und gefedert wird.

Doch die Parteivorsitzende zeigt sich hartnäckig und kampfeslustig. Sie will die SPD noch weiter nach rotlinks rücken und endlich eine Kompresse auf die innerparteilich klaffende Wunde drücken, zu der seit den Hartz-IV-Reformen immer noch das Parteiblut herausströmt.  Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil hat die Grundrente quasi als Sanitätsassistent ins Gespräch gebracht.  Es heißt, mit der Grundrente wolle die SPD ihr sozialpolitisches Profil besser in die Auslage stellen. Altkanzler Schröder bezeichnete die Parteivorsitzende dennoch als amateurhaft. Er konnte sie allerdings auch noch nie leiden.

Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, heißt es im deutschen Volksmund. Deshalb stecken Sigmar „Pack“ Gabriel und Martin Schulz, der krachend gescheiterte Ex-Kanzlerkandidat, ihre Köpfe ebenfalls wieder verschwörerisch zusammen, als hätte sie kein persönlicher Streit je getrennt, wobei sich Schulz mit öffentlichen Äußerung auffallend zurückhält. Beide wittern jedoch Chancen, aus der ungnädigen Verbannung bald wieder ins strahlende Licht der Hoffnungsträger zurückkehren zu dürfen. Hoffnung ist ohnehin das einzige, was die SPD noch am Leben erhält.

Jedenfalls steht die GroKo nach länglichen Koalitionsverhandlungen erst seit einem Jahr – und die Spezialdemokraten üben sich schon wieder in parteipolitischer Nabelschau, anstatt endlich Politik zu machen. Das Handelsblatt meint, das täte Deutschland nicht gut. jouwatch hingegen meint, daß noch mehr Kanzlerkandidaten und noch mehr Nabelschau auch für noch mehr Kurzweil im Politentertainment sorgen würden und ermuntert daher Karl Lauterbach ebenfalls zu einer Kandidatur. Er könnte der erste SPD-Kanzler werden, der bei Auslandsbesuchen mit Teddybären beworfen wird. Vorausgesetzt, von der SPD wird überhaupt nochmal irgendwer Kanzler. (ME)

@jouwatch

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