Verkehrschaos in Wien: Aktivisten haben am Dienstagmorgen zwei Autobahnen der österreichischen Hauptstadt lahmgelegt. Mit Sitzblockaden an mehreren Stellen auf der Zufahrtsstraße zum Flughafen protestierten sie gegen die geplanten Abschiebungen von Migranten nach Afghanistan. Es kam zu zahlreichen Festnahmen.Die Ostautobahn (A4) sowie die B9 wurden blockiert, wie der Sender ORF unter Berufung auf die niederösterreichische Exekutive berichtet. Es war von 90 Protestteilnehmern die Rede. Ebenso viele Polizisten seien im Einsatz gewesen.
76 Demonstranten seien festgenommen worden, Dutzende weitere angezeigt.
Es kam zu kilometerlangen Staus, am späten Vormittag wurde die Sperre der A4 laut Medien wieder aufgehoben. Die B9 blieb bis am Nachmittag gesperrt.
„Wir fordern den Stopp aller Abschiebungen und ein Bleiberecht für alle“, zitiert der Sender die Aktivistin Alicia Becker. Für Afghanistan gelte eine Reisewarnung der sechsten und damit höchsten Stufe.Konkret richtete sich der Protest gegen die Abschiebung von rund 50 Personen aus mehreren europäischen Staaten in einer Chartermaschine. Betroffen sind auch 15 erwachsene Afghanen. Zwölf von ihnen sind laut ORF in Österreich rechtskräftig verurteilt worden, unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, schweren Raubes, sexueller Belästigung, gefährlicher Drohung und Suchtmitteldelikten.
Die Demonstration wurde am Nachmittag aufgelöst. Die Teilnehmer werden dem Sender zufolge wegen „Nichteinhaltung des Abstandes nach dem COVID-Maßnahmengesetz sowie nach dem Versammlungsgesetz und der Straßenverkehrsordnung angezeigt“.



