Das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ darf mit mehr als 250 aus dem Mittelmeer geretteten Migranten an Bord in Italien anlegen.Das Schiff sei auf dem Weg ins sizilianische Trapani, schrieben die deutschen Betreiber in ihrem offiziellen Twitter-Account. Die „Sea-Watch 3“ hatte seit dem vergangenen Wochenende 257 Menschen bei mehreren Einsätzen aufgenommen und seitdem nach einem Hafen zum Anlaufen gesucht.Die deutsche Seenotrettungsorganisation Sea-Watch appellierte an die Regierungen von Italien und Malta, das Schiff anlegen zu lassen. Die Situation der Menschen an Bord sei „kritisch“, twitterte Sea-Watch. Viele Menschen zeigten nach einer Woche auf See Symptome von Dehydrierung und wiesen Verletzungen auf. Auch seien mehr als 70 Minderjährige auf dem Schiff.Trapani sei den Seenotrettern von den italienischen Behörden zugewiesen worden, schreibt die Organisation weiter „Unsere 257 geretteten Gäste sind erleichtert und unglaublich glücklich, bald an einem sicheren Ort an Land gehen zu können!“
Die von der europäischen Organisation SOS Méditerranée betriebene „Ocean Viking“ wartet dagegen noch auf eine entsprechende Zuweisung. Sie hat rund 550 Gerettete an Bord.
Dutzende Menschen haben in diesem Jahr bereits ihr Leben im zentralen Mittelmeer verloren. Die Vereinten Nationen rechnen nach eigenen Angaben mit ungefähr 170 Toten. Dem italienischen Innenministerium zufolge kamen 2021 bislang rund 4500 Bootsmigranten in dem Mittelmeerland an. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es circa 2350. Italien ist oft das Ziel von Menschen, die von der Küste Libyens aus ablegen. Das nordafrikanische Land ist ein Transitland für Migranten auf dem Weg nach Europa



