Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) zählt zu den psychischen Erkrankungen, der ein oder mehrere belastende Ereignisse von außergewöhnlichem Umfang oder katastrophalem Ausmaß voran gegangen sind. So anscheinend auch bei Andreas Hollstein. Vor rund einem Jahr erlebte der CDU-Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Altena das, was mittlerweile einem unüberschaubarem Heer von Deutschen durch die unverantwortliche Politik, verantwortet von Gestalten wie Hollstein, widerfahren ist: Er erlebte Gewalt.
Dem heute 55-Jährige wurde am 27. November von Werner S. in einer Döner-Bude ein Messer den Hals gedrückt. Der CDU-Politiker erhielt neben einer aufgeritzten Haut eine, schon an Hysterie grenzende, überregionale Aufmerksamkeit.
Und wie bereits vor einem Jahr befasst sich das „Qualitätsmedium“ Spiegel auch aktuell mit dem Opfer Hollstein und widmet diesem und seiner PTBS einen langatmigen Artikel. Darin darf der CDU-Funktionär ausgiebig schildern, wie schlimm die Gewalterfahrung für ihn war und wie froh er ist, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Dass er seinem Peiniger – dieser wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt – beim Brötchenholen begegnet ist, mache die Lage für ihn nicht leichter. Hollstein ist eh der Ansicht, dass der Halsritzer mit einem zu milden Urteil bestraft wurde.
Hollstein ist zu tiefst davon überzeugt, dass es sich in seinem Fall um eine auch rassistisch motivierte Tat handelte: Hollstein war seit Langem für seine „liberale Haltung“ in Asylfragen bekannt, unter seiner Ägide nahm er für die Bürger von Altena deutlich mehr Asylbewerber auf, als es gemusst hätte, weiß der Spiegel zu berichten. Der Angreifer S. habe bei der Tat zu Hollstein gesagt: „Mich lässt du verdursten, aber holst 200 Ausländer in die Stadt.“
Wenn Amtsträger wie er angegriffen werden, so sei solch ein Urteil das falsche Signal, meint der vorher komplett bedeutungslose Flüchtlingsjubler auf dem Posten eines CDU-Bürgermeisters. Das nochmals durch den Spiegel aufgewärmte Interesse an Hollstein nutzt dieser, um gegen die vermeintliche Asylpolitik eines Horst Seehofer und gegen die verhasste AfD loszuschlagen. Denn diese seien „geistige Brandstifter“, die wohl auch seinen Halsritzer aufgehetzt haben.
Abschließend lässt er all jene, die Angela Merkels und seine mitgetragene Politik überlebt haben, wissen, dass auch er – wenn er abends sich vor die Tür wagt – sich ganz genau umschaue. (SB)
@jouwatch
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