Berlin – Vertreterinnen der überparteilichen „Europäischen Bewegung Deutschland“ haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu aufgefordert, sich für Frauen stark zu machen. Unbedingt soll die Hälfte der EU-Spitzenjobs mit Frauen besetzt werden. Ob sich die andere Hälfte die Männer mit den Diversen teilen sollen, geht aus der Forderung nicht hervor.
In einem offenen Brief an die „Abtauch-Kanzlerin“ (BILD), über den das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ in den Mittwochsausgaben berichtet, stellen die Unterzeichnerinnen die Forderung, die neuerdings so schweigsame Bundeskanzlerin solle sich bei den europäischen Staats- und Regierungschefs dafür einsetzen, dass unter den künftigen EU-Kommissionspräsidenten, EU-Ratspräsidenten, Außenbeauftragten, EU-Parlamentspräsidenten, EZB-Präsidenten und den Eurogruppenchefs mindestens drei Frauen vertreten sind. Eine 50-prozentige Frauenquote fordern die Damen auch für die gesamte Europäische Kommission, wie aus dem Schreiben hervorgeht. Unterzeichnet haben den Brief u.a. die Grünen-Bundestagsabgeordnete Frau Franziska Brantner, Frau Gaby Bischoff, Präsidentin der Arbeitnehmergruppe im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, Frau Katrin Böttger, Direktorin am Institut für Europäische Politik, die SPD-Bundestagsabgeordnete Frau Kirsten Lühmann, Frau Sabine Overkämping, Mitglied der Kommission Europa- & Völkerrecht Deutscher Juristinnenbund sowie Frau Linn Selle, Präsidentin der „Europäischen Bewegung Deutschland“. (Quelle: dts)
Derweilen soll Frau Angela Merkel angeblich Zweifel an der Eignung von Frau Annegret Kramp-Karrenbauer für das Amt der Frau Bundeskanzlerin geäußert haben. So berichtet es die Nachrichtenagentur Bloomberg, und so gibt es „Der Westen“ wieder. Zwei CDU-Parteifunktionäre sollen das ausgeplaudert haben. Die CDU-Chefin habe im Europawahlkampf zu schlecht abgeschnitten, soll Frau Bundeskanzlerin zur Begründung angeführt haben. Zudem habe Frau Kramp-Karrenbauer schlechte persönliche Umfragewerte. Offiziell bleibt Frau Angela Merkel bis 2021 im Amt. Angeblich ist sie wild entschlossen, der Bundesrepublik Deutschland tatsächlich bis zur nächsten Bundestagswahl 2021 als Kanzlerin zur Last zu fallen.
„Knallhart“ rechnet unterdessen Herr Friedrich Merz (63) im „Spiegel“ mit der Klima-Politik der bleibefreudigen Frau Merkel (64) ab, wie die BILD meldet. Merz´“knallharte Kritik“ erzählt allerdings mehr über die Attitüden des Herrn Merz, als über unsere Frau Bundeskanzlerin: „Nach dem Ergebnis dieser Europawahl muss sich die CDU fragen, warum wir nach 14 Jahren Klimakanzlerin unsere Klimaziele verfehlen, Haushalte und Unternehmen mit den höchsten Strompreisen Europas belasten und zugleich die strategische und kulturelle Kontrolle über das Thema verloren haben.“
Der Rundumschlag
Zuerst ist Herr Merz (63) dran. Wie kommt es eigentlich, daß er an der „strategischen und kulturellen Kontrolle“ eines Themas interessiert ist? Steht im Grundgesetz, daß die Parteien an der politischen Willensbildung mitwirkensollen, oder steht dort, daß sie die Willensbildung unter Kontrolle haben sollen? Richtige Antwort: Mitwirken sollen sie. Unter Kontrolle haben wollen die politische Willensbildung üblicherweise nur Diktatoren. Null Punkte für Friedrich Merz (63). – Abtreten und nicht wieder sehen lassen. Tschüß, Friedrich! So viel verfassungswidrige Arroganz und Machtbesessenheit braucht kein Mensch.
Die Nächste, bitte. Frau Bundeskanzlerin will wohl nicht wahrhaben, daß sie diejenige ist, die in 18 Jahren als Parteivorsitzende der CDU die Partei ruiniert hat. Der Versuch, aus der CDU eine bessere SPD zu machen, ist krachend gescheitert. Und der Versuch, dabei auch noch ein bißchen grünlich zu wirken, war nichts anderes, als Wahlkampfhilfe für die Grünen, die sich nun per „Youtube-Influencern“ dafür bedanken, indem sie der CDU den Garaus machen wollen. Obendrein war dieser Kurs dafür verantwortlich, daß eine Alternative für Deutschland nötig wurde, da ansonsten ein konservatives Vakuum entstanden wäre, ein Platz „rechts von der Union“. Der ist nun besetzt. Es war übrigens ein kluger Mann, der zu seinen Lebzeiten nicht müde geworden ist, vor genau diesem Szenario zu warnen: Franz Josef Strauß. Aber der war ja nur ein „alter weißer Mann“.
Das eigene Vollversagen, diese absolut kurzsichtige Anpassung der CDU an den herrschenden Zeitgeist, ein original Merkel-Desaster also, jetzt der Frau Kramp-Karrenbauer anlasten zu wollen, bestätigt alles, was über den Charakter der Frau Bundeskanzlerin schon lange kolportiert wird: Sie hat keinen. Sie simuliert nur einen. Daß Frau Kramp-Karrenbauer nicht weniger unfähig ist, als zuvor Frau Merkel, steht dabei auf einem anderen Blatt. Die Verluste bei der EU-Wahl sind dennoch die einer Merkel-CDU. Frau Kramp-Karrenbauer ist erst seit einem halben Jahr die parteivorsitzende Frau. Es wäre nicht zu weit hergeholt, wenn man behaupten würde, daß die Zustimmung, die die AfD heute speziell in den „neuen Bundesländern“ bekommt, ohne weiteres auf dem Konto der CDU hätte landen können, wenn Frau Merkel nicht ein opportunistisches, prinzipienloses und kurzsichtiges Polit- Chamäleon wäre. Man vergleiche nur einmal ihre Reden der Jahre 2000- 2002 mit denen von 2015 – 2019. Aber so abgehoben, daß sie nicht inzwischen gemerkt haben könnte, wie sehr sie zur Haßfigur von mindestens der Hälfte des Volks geworden ist, kann nicht einmal eine Frau Merkel sein. Es scheint sie jedoch nicht zu kümmern. Der Sessel, an dem sie klebt, ist auf jeden Fall so lange ihrer, wie sie an ihm klebt. Und das scheint ihr das Wichtigste zu sein. Mir aus den Augen! Diese Frau ist schlimmer als die Pest, die Cholera und eine Heuschreckenplage zusammengenommen.
Und zuletzt die Damen von der europäischen Östrogenquoten-Forderungsfront: Politische Ämter, meine Damen, sind dazu da, bekleidet zu werden. Mitnichten bekleiden die Ämter die Frau. Auch sind Parlamente in Demokratien, selbst dann, wenn es sich nur um Pseudodemokratien handelt, keine Ständeversammlungen. Analoges gilt für Kommissionspräsidenten, EU-Ratspräsidenten, Außenbeauftragte, EU-Parlamentspräsidenten, EZB-Präsidenten und die Eurogruppenchefs. Was dort mehr zählt, als das, was man mittig zwischen den beiden großen Zehen hat, ist die Qualifikation, die man mit dem Kopf erwarb. Geschlecht ist kein Kriterium für ein dienendes Amt, außer im Puff.
Womit wir dann an dem Punkt wären, der die Obsolenz aller der hier Kritisierten begründet. Es scheint unseren Volksvertretern – bislang mit der AfD als einziger Ausnahme – völlig entfallen zu sein, daß sie eine dienende Funktion zu haben hätten, und nicht eine, mit der sie sich schmücken, von der sie selbst profitieren und vermittels welcher sie sich vom „ordinären Plebs“ abzuheben gedenken, um in der Folge das Volk zu erziehen, zu gängeln, zu bevormunden und auszunehmen wie die Weihnachtsgans. Wer in Deutschland von Deutschen gewählt wurde, hat kein Mandat zur Auflösung ebendieser Nation. Deutsche sind zwar jene dümmsten Kälber, die ihre Metzger selber wählen, aber in einer dienenden Funktion diesen dümmsten Kälbern gegenüber würde man ihnen eben wirklich dienen, anstatt ihre Dummheit schamlos auszunützen.
Durch die Bank ist zu beobachten, daß Politiker ihre Ämter als Auszeichnung ihrer jeweils eigenen Person begreifen. Vorbei die Zeiten, als ein Bundeskanzler deswegen zurücktrat, weil ein feindlicher Geheimdienst einen Spion in seiner Nähe platzieren konnte (Brandt/Guillaume). Vorbei die Zeiten, als Minister noch wegen Sachverhalten zurückgetreten sind, die im Vergleich zu den heutigen Skandalen wie Petitessen wirken (Möllemann/Briefbogenffäre). Entlassungen finden nicht mehr statt, selbst wenn es sich um absolut katastrophale Nieten im Amt handelt (Ursula von der Leyen). Doktorarbeiten als Plagiate? – Kein Problem, wenn man nicht gerade Guttenberg heißt. Eine Frau Giffey sitzt so etwas locker aus. Und immer geht es nur darum, was getan werden muß, um die Partei „nach vorne“ zu bringen. Ob man dabei Schwachsinn debattiert wie einen“menschengemachten Klimawandel“, ist völlig egal. Wenn die grünen Medien über Hühnerkacke schreiben würden und das Volk sich darüber unterhielte, dann würde man eben statt über „Klimapolitik“ über die richtige Strategie in der „Hühnerkacke-Politik“ nachdenken. Diese politische Klasse agiert nicht mehr, sondern sie reagiert nur noch. Egal, worauf. Das Wichtigste ist schließlich, daß sie gewählt wird. Alles andere ist nachrangig.
Per Vorwärtsverteidigung versuchen die Unfähigsten der Unfähigen, sich per vorgezogener, parteiinterner Neuwahl an die Macht zu klammern, als ob sie ein Besitzrecht besäßen, so, wie Andrea Nahles, die gegenwärtige Totengräberin der SPD – und nur, um zu verhindern, daß der nächste Totengräber (Schulz) sie „beerbt“. Minister wie Seehofer, die eher an einen Wackelpudding erinnern, als an einen Menschen mit Rückgrat, versteigen sich dazu, immer neue Ankündigungen zu liefern, anstatt sich einzugestehen, daß sie ausgespielt haben und daß sie kein Mensch mehr ernstnimmt. Genau genommen gibt es in Deutschland keine Volksvertreter mehr, sondern nur noch machtgierige, egozentrische, intrigante, krass unterqualifizierte Karrieristen (Grüne), samt einer Mainstream-Presse, in der ebenfalls kaum noch jemand anders tickt, als diese „politische Unterklasse“. Ich, ich, ich, ich. Ich und mein Status. Ich und meine Bekanntheit. Ich und meine Diäten. Ich im Fernsehen. Ich in der Zeitung. Ich in der Talkshow. Seht alle her: Ich. Bin ich nicht ein Kopf? Habe ich nicht Respekt verdient? – Nein.
Um es stilistisch im „correctiv-Style“ auszudrücken: „Andere würde sagen, verpisst euch!“ Und zwar alle miteinander.
@jouwatch



