Berlin – In Kreuzberg sind Rettungssanitäter bei einem Einsatz am Sonntagnachmittag angegriffen worden. Ihnen blieb nur die Flucht in den Rettungswagen, in dem sie sich bis zum Eintreffen der Polizei verbarrikadierten.
Gegen halb vier seien die Sanitäter zu einem Einsatz in die Reichenberger Straße gerufen worden. Während die Rettungskräfte versuchten, sich in der Wohnung um den Patienten zu kümmern, ging es Angehörigen und Bekannten nicht schnell genug. Es folgten Beschimpfungen und Drohungen gegen die Helfer, die daraufhin die Wohnung – wie vorgeschrieben – verließen. Die wütende Gruppe von rund 10 Personen folgte den Sanitätern auf die Straße und schlug einem der Rettungskräfte ins Gesicht und verletzte ihn. Auch der mit einem weiteren Helfer eingetroffene Notarzt wurde von der aufgebrachten Menge bedroht.

„Der Einsatz ging ihnen zu langsam“, erklärte ein Feuerwehrsprecher gegenüber dem Tagesspiegel. Die Angreifer hätten nicht verstanden, dass Sanitäter sich noch vor Ort um den Patienten kümmern, indem sie Vitalwerte überprüfen oder Schmerzmittel verabreichen, bevor sie ihn ins Krankenhaus transportieren können.
Nachdem es der Polizei gelungen sei, die Wütenden zu beruhigen, konnten sich die Nothelfer erneut um den Patienten kümmern. (MS)
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