StartZARONEWS PresseAgenturSchweizer Notenbank führt Strafzinsen auf Guthaben ein

Schweizer Notenbank führt Strafzinsen auf Guthaben ein

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Der drohende Kollaps der russischen Wirtschaft, der Erdölpreiszerfall und die unsichere politische Lage in Griechenland zwingen die Schweizer Währungshüter zum Handeln. Weil verunsicherte Anleger ihr Geld massenhaft in den «sichern Hafen» Franken bringen und die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) festgelegte Euro-Kursuntergrenze von Fr. 1.20 unter Druck steht, führt die Notenbank zur Schwächund des Frankens Negativzinsen ein.

Große Guthaben betroffen

Große Guthaben auf Girokonten der Notenbank werden künftig mit einem Abschlag von 0,25% belastet, teilte die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Donnerstag mit. Die SNB strebt damit an, dass ihr Referenzzins Dreimonats-Libor in den negativen Bereich fällt. Das Zielband für den Dreimonats-Libor wird deshalb 

auf minus 0,75% bis plus 0,25% ausgedehnt. Der Negativzins wird auf Guthaben erhoben, die einen Freibetrag von 10 Mio. Fr. pro Kontoinhaber übersteigen.

«In den letzten Tagen haben verschiedene Faktoren zu einer stärkeren Nachfrage nach sicheren Anlagen geführt», erklärte die SNB. «Die Einführung von Negativzinsen macht das Halten von Frankenanlagen weniger attraktiv und unterstützt damit den Mindestkurs.» Die Notenbank bekräftigte, den vor mehr als drei Jahren eingeführten Euro-Mindestkurs von Fr. 1.20 weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen zu wollen.

Exportwirtschaft unter Druck

Eine weitere Stärkung des Franken gegenüber dem Euro würde nach Einschätzung von Experten der Schweizer Exportwirtschaft erhebliche Probleme bereiten und möglicher-weise zum Verlust von Arbeitsplätzen führen.

Unter den 17 meistgehandelten Devisen hat der Schweizerfranken am Donnerstagmorgen den stärksten Abschlag verzeichnet: Zum Euro fiel dessen Wert um 0,6% auf Fr. 1,2076. Zum Dollar verlor die eidgenössische Währung 1% auf Rp. 98,26.

Allerdings droht dem Franken weiterer Aufwertungsdruck, sollte die Europäische Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die Wirtschaftsflaute und die drohende Deflation in der Euro-Zone wie angekündigt im kommenden Jahr erneut zum Kauf von Staatsanleihen schreiten.

Quelle: nzz.ch vom 18.12.2014

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